Turgi
Post in Turgi zieht um – Briefmarken statt Seelenheil an der Bahnhofstrasse

Die Post verlegt ihre Schalterhalle in das Wohn- und Geschäftshaus «Krone». Voraussichtlich im Sommer wird diese eröffnet. Für das Gewerbe an der Bahnhofstrasse ist der neue Betrieb eine Bereicherung.

Dieter Minder
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In Turgi gibts Briefmarken statt Seelenheil an der Bahnhofstrasse.
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Das Postgebäude mit den Anlagen des Zustelldienstes im Erdgeschoss
Die Bahnhofstrasse Turgi
Heute befinden sich die Schalter im einstöckigen Anbau des Postgebäudes
Übergabe der Petition an Gemeindeammann Peter heiniger (rechts)

In Turgi gibts Briefmarken statt Seelenheil an der Bahnhofstrasse.

Dieter Minder

Der Bundesrat verlangt von der Post, ihre Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit laufend zu verbessern. Um diese Vorgabe in Turgi erfüllen zu können, verlegt die Post ihre Poststelle in die Überbauung «Krone» an der Bahnhofstrasse. «Wir bleiben so nahe bei Ihnen als Kunde und können unsere Filiale in zeitgemässen Räumlichkeiten betreiben», teilt die Post mit.

Das beginnt schon beim Zugang zur künftigen Poststelle: er ist ebenerdig, also auch für ältere oder gehbehinderte Menschen sehr gut zugänglich. Wie am heutigen Standort sollen drei Schalter eingerichtet werden. Die Kundenzone wird jedoch deutlich grösser, womit das Angebot auch besser präsentiert werden kann.

Das heutige Postgebäude gegenüber vom Bahnhof, bleibt als Basis für den Zustell- und Briefträgerdienst erhalten. Das Gebäude gehört der Post. Was mit den frei werdenden Lokalitäten passiert, ist noch offen.

Christian Bold, Präsident des Gewerbevereins Wasserschloss ist überzeugt, dass die neue Poststelle der Bahnhofstrasse mehr Passanten bringen wird: «Mit der Post wird das Angebot an der Bahnhofstrasse verbessert.» Davon würden die bestehenden Geschäfte profitieren. Zudem sei eine Post identitätsstiftend: «Dies ist ein weiterer Vorteil für Turgi.»

Widerstand gegen Adventisten

Das Erdgeschoss im Wohn- und Geschäftshaus «Krone» an der Bahnhofstrasse 18 steht seit dessen Bau, vor rund drei Jahren leer. Anfang 2012 beabsichtigten die «Siebenten Tags Adventisten», dort ein Zentrum einrichten wollen. Das hatte zu Auseinandersetzungen zwischen den Adventisten, den anderen Stockwerkeigentümern und dem Immobilienverkäufer geführt.

Selbst eine von rund 520 Personen unterschriebene Petition gegen das Zentrum der Adventisten wurde dem Gemeinderat Turgi übergeben. Im Juni 2013 kauften mehrere Wohnungseigentümer den Raum im Erdgeschoss. Gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach einem Mieter oder Käufer, der bereit war, einen Betrieb – auch im Interesse des Einkaufsortes Turgi – zu führen. Mit der Post haben sie nun einen solchen gefunden. Die Adventisten haben in Mellingen ein neues Heim gefunden. Sie kauften die Neuapostolische Kirche an der Wallisstrasse.