In den nächsten zwei, drei Jahren wird sich das Gesicht der Stadt markant verändern. Läuft alles nach Plan, ist der Schulhausplatz neu gestaltet, stehen im Bäderquartier das Thermalbad von Mario Botta, die Präventionsklinik und das Ärztehaus, ist das Kurtheater saniert und umgebaut – und präsentiert sich das Postgebäude an der Bahnhofstrasse in einem neuen Kleid. Im Sommer 2017 lag das Baugesuch der Zuriba AG auf.

Seit Ende Jahr ist die Baubewilligung rechtskräftig. Laut Auskunft der Eigentümerin Zuriba AG ist geplant, mit den Sanierungsarbeiten diesen Sommer zu beginnen. Bis Ende 2019 soll das Gebäude und mit ihm das ganze Postareal saniert und neu gestaltet sein.

Das sehen die Pläne vor: Die unteren Geschosse werden erweitert und in eine «Mall», also in ein Einkaufszentrum, umfunktioniert. Vorgesehen sind verschiedene «Kommerzebenen», die mit Rolltreppen verbunden sein werden. Die Obergeschosse werden heute als Büro genutzt und sind nicht Teil des Bauvorhabens. Es werden lediglich die Fenster ersetzt. Das grundsätzliche Ziel des Umbaus: Das gesamte Areal soll für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren aufgewertet und «ertüchtigt» werden. So wird beispielsweise die Postauto-Station erneuert, auf dieser Ebene entstehen zudem 50 neue Veloparkplätze. Im Untergeschoss wird die Tiefgarage erweitert, sie bietet neu Raum für 13 Autoparkplätze.

Weitere Unterführung möglich

Das gesamte Projekt ist das Resultat eines Studienauftragsverfahrens aus dem Jahre 2016, in deren Jury auch die Stadt vertreten war. «Wir haben vor allem Wert darauf gelegt, dass der Busbahnhof bestehen bleibt und auch während der Bauarbeiten nicht tangiert wird», sagt Jarl Olesen, Leiter Planung und Bau der Stadt Baden. Das Gebäude werde innerhalb der bestehenden Kubatur saniert und künftig keine eigentliche Rückseite mehr aufweisen, wie es sich heute gegen das Gleis 1 hin präsentiert.

«Ganz wichtig ist aus Sicht der Stadt, dass im Rahmen der Sanierung und Neugestaltung die Möglichkeit einer «Personenunterführung Nord» offen bleibt», so Olesen. Gerade im Hinblick auf den Bau zweier Hochhäuser im Gebiet Baden Nord durch die ABB könne sich in diesem Bereich eine Unterführung dereinst aufdrängen. «Auch soll der Metroshop besser an das Postgebäude-Untergeschoss eingebunden werden.»

Für viele Badener lautet wohl die alles entscheidende Frage, ob die Hauptfiliale der Post am jetzigen Standort erhalten bleibt. Noch im Sommer 2017 sagte Bauvorsteher Markus Schneider: «Die Post wird einen neuen Standort erhalten – voraussichtlich im hinteren Teil des Gebäudes.» Doch das scheint nicht mehr in Stein gemeisselt. «Wo genau sich die Postfiliale nach der Sanierung befinden wird, ist noch Gegenstand von Verhandlungen. Für uns als Stadt ist einfach wichtig, dass die Poststelle an dieser zentralen Lage möglichst erhalten bleibt», sagt Olesen.

Auch Post-Mediensprecher Markus Werner bestätigt: «Der Standort des künftigen Postangebots ab November 2019 steht noch nicht fest. Natürlich sind wir sehr interessiert, weiterhin mit einem attraktiven Angebot vor Ort zu bleiben. Aber es sind noch keine Entscheide dazu gefallen.» Hingegen kann Werner Auskunft darüber geben, was während der Sanierungsarbeiten passiert: «Wir bleiben auch während den Arbeiten im Postgebäude.»

Man werde versuchen, die Einschränkungen während den Arbeiten so klein wie möglich zu halten. «Für die Geschäftskunden, die ihre Post heute beim Postgebäude anliefern, suchen wir hingegen eine provisorische Lösung Beim Nordhaus auf der der anderen Seite der Geleise.
Auskünfte über das Schicksal der weiteren Mieter des Postgebäudes kann die zuständige Liegenschaftsverwalterin keine erteilen. «Ich kann nur so viel sagen, dass es für die Gewerbeflächen viele Interessenten gibt und wir derzeit in Verhandlungen sind», sagt Walter Müller von der F. Aeschbach AG.

Gartenlaube als Ersatz für Park

Betroffen von den Sanierungs- und Umbauarbeiten ist aber nicht nur das 1930 gebaute Postgebäude, sondern weitere Gebäude und Flächen: Das Wohnhaus an der Haselstrasse 11, also westlich des Royals, wird abgebrochen – zugunsten eines neuen Anlieferungsbereichs sowie daneben eines öffentlichen Platzes. Eine Stahlkonstruktion werde eine Art Gartenlaube definieren – dieses Objekt könne als Sitzmöglichkeit oder als kleine Bühne genutzt werden. Dieser Platz soll ein Ersatz sein für den kleinen Park südlich vom Royal – dieser wird gerodet und macht einem Neubau Platz, in dem ebenfalls Verkaufsflächen vorgesehen sind.