Baden
Postauto-Chauffeure «blau» unterwegs für bessere Löhne

Gleiche Bedingungen für Postauto-Chauffeure, ob bei der Postauto AG angestellt oder bei einer privaten Transportfirma. In Blau statt in Gelb gekleidet, wiesen Chauffeure gestern auf die ungleiche Behandlung hin.

Roman Huber
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Martin Fedier trägt aus Solidarität ein blaues Hemd

Martin Fedier trägt aus Solidarität ein blaues Hemd

AZ

Für ihre Protest-Aktion gegen ungleiche Anstellungsbedingungen hat die Gewerkschaft Syndicom mehrere Postautostationen der Schweiz ausgewählt, so auch Baden.

Mit dem Slogan «Ich bin kein Postauto» tauschten Chauffeure von Subunternehmen das gelbe Hemd gegen ein blaues und machten auf ungleiche Anstellungsbedingungen aufmerksam.

Beamtenstatus bei der Postauto AG

Auf vielen Postautolinien fährt nicht die Postauto AG selber, sondern in deren Auftrag ein privates Transportunternehmen. In der Region Baden sind es die Busbetriebe Steffen, Twerenbold und Indermühle.

Mitarbeitende der Postauto AG, vormals Beamte, sind in einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) eingebunden. Die Bedingungen seien traditionell gut, so erklärt die Postauto Schweiz AG. Sie verweist auch darauf, dass die Zusammenarbeit mit Privatbetrieben historisch gewachsen sei.

«Doch deren Fahrpersonal ist schlechter gestellt, obschon Chauffeusen und Chauffeure dieselben Dienstkleider und dieselbe Verantwortung tragen, denselben Job machen und demselben Stress ausgesetzt sind», sagt Kaspar Bütikofer, Syndicom.

Die Anstellungsbedingungen, welche die Postauto Schweiz AG für das eigene Fahrpersonal sowie für das Fahrpersonal der Postauto-Unternehmer anwende, seien im Branchenvergleich überdurchschnittlich, entgegnet man bei der Postauto Schweiz AG.

Auch in Baden traf man gestern einige Chauffeure in blauen Hemden an. Die Postauto AG habe den Subunternehmern empfohlen, Mitarbeitende anzuweisen, das Tragen des blauen Hemdes oder des Pins zu untersagen und bei Zuwiderhandlung zu verwarnen, erklärt man bei der Postauto Schweiz AG.

Ein privater Busunternehmer der Region erklärte, dass er auf Anweisung aus Bern in dieser Sache nicht Stellung nehmen dürfe.

«Ich mache aus Solidarität gegenüber den jüngeren Kollegen mit, die eine Familie haben», sagt Martin Fedier (55).

Er selber könne damit leben, sagt der erfahrene Chauffeur eines privaten Transportunternehmens, störe sich aber daran, dass der Lohn der Postauto-Angestellten jeweils automatisch steige.

Die Forderungen würden im Rahmen der GAV-Verhandlungen auf dem Tisch liegen, teilt Postauto Schweiz AG mit. Die Postauto-Angestellten seien auch dem GAV Post unterstellt.

Die Verhandlungen zwischen Post und Gewerkschaften starten im August. Diejenigen zwischen Gewerkschaften und Postauto würden ab Januar 2014 starten. Man mache aber im Vorfeld keine Aussagen zur Position der Postauto AG.