«Zeigen Sie sich zuvorkommend und gewähren Sie dem Postauto den Vortritt.» Seit Kurzem ist diese Aufforderung auf Plakaten an zwei Stellen in Station Siggenthal angebracht, wo das Postauto in die Kantonsstrasse einbiegen muss. Problematisch ist dies zum einen bei der Einmündung der Kreuzbodenstrasse, zum anderen bei der Siggenthalerstrasse.

Letztere betrifft die Postautokurse, die von Würenlingen Dorf zum Bahnhof fahren.

Kann der Bus aufgrund des dichten Verkehrs längere Zeit nicht von der Siggenthalerstrasse in die Kantonsstrasse einbiegen, verstreicht wertvolle Zeit. Es ist keine Seltenheit, dass Passagiere am Bahnhof Siggenthal-Würenlingen dadurch den Zugsanschluss nach Baden verpassen.

Einige Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs geben unumwunden zu, zu bestimmten Zeiten sicherheitshalber mit dem Velo oder dem Auto an den Bahnhof zu fahren, um nicht zu riskieren, den Zug zu verpassen. Ärgerlich ist, wenn ein Autolenker auf der einen Fahrbahn dem Postauto-Chauffeur mittels Lichthupe den Vortritt signalisiert, die Fahrer in die andere Richtung dies jedoch nicht beachten und beharrlich am Bus vorbeirollen.

Auch für Postauto-Fahrerinnen und -Fahrer ist die Situation zuweilen frustrierend: «Es wäre schön, der Kreisel im Kreuzboden wäre zustande gekommen», sagt einer (siehe Box).

22000 Autos am Tag

Über die Kantonsstrasse in Station Siggenthal fahren pro Tag durchschnittlich rund 22000 Autos. Berücksichtigt ist dabei der Verkehr sowohl in Richtung Döttingen als auch in Richtung Untersiggenthal.

Gemessen wurde dieser Wert vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt im Jahre 2008 mit einem Verkehrszählgerät bei der Abzweigung Kreuzbodenstrasse. Die grössten Verkehrsströme werden morgens und abends registriert. «Der Tageshöchstwert liegt zwischen 17 und 18 Uhr bei knapp 2150 Fahrzeugen in der Stunde», sagt Hansruedi Müller, Projektleiter Verkehrsdaten. Laut ihm ist das Verkehrsaufkommen seit 2008 noch leicht gestiegen.

Jürg Bitterli, Projektleiter Angebotsplanung öffentlicher Verkehr, bestätigt: «Die Strasse, die auf Würenlinger Boden als Döttingerstrasse, auf Untersiggenthaler als Landstrasse bezeichnet wird, ist sicher eine der meistbefahrenen Kantonsstrassen.»

Sie hätten schon darüber beraten, den Postautokurs von Würenlingen zum Bahnhof über den Kreisel beim Aarepark zu führen – diejenige Route, die auch der Bus von Bad Zurzach nach Brugg wählt.

«Durch den Kreisel wäre es etwas einfacher, auf die Kantonsstrasse einzubiegen. Allerdings könnte so die Haltestelle ‹Weissenstein› nicht mehr bedient werden», gibt Bitterli zu bedenken. Änderungen in der Linienführung oder bei der Einmündung in die Kantonsstrasse könnten laut Bitterli thematisiert werden, sollte sich die Situation auch mit der Plakataktion nicht entschärfen.

Bei der Postauto Schweiz AG war wegen Abwesenheit der Zuständigen niemand zu erreichen, der zum Thema hätte Auskunft geben können.