Jonas Fricker legt sein Mandat als Grünen-Nationalrat nieder. Dies gab er heute in einem Rücktrittsschreiben bekannt. Stunden zuvor hatte PR-Berater Klaus J. Stöhlker gegenüber «Tele M1» bereits Ähnliches befürchtet: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sozusagen freiwillig zurücktritt», sagte er gegenüber dem Regionalsender. Fricker sitze auf einer Rutschbahn. «Und ich sehe mehr Leute, die ihn stossen wollen, als solche, die ihn halten wollen.»

Erste Ersatzfrau für Fricker ist die Grossrätin Irène Kälin aus Lenzburg. Bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 hatte Kälin auf dem ersten Listenplatz kandidiert. Jonas Fricker überrundete Kälin jedoch um rund 3000 Stimmen. Für PR-Berater Stöhlker ist klar: «Sie ist mit Sicherheit cleverer als Jonas Fricker und sie wird die Chance wahrnehmen, eine bessere Nationalrätin zu werden.»

Der Grünen-Nationalrat hatte sich nach dem Holocaust-Vergleich, den er während einer Rede im Parlament zog, wiederholt entschuldigt. Strafrechtsanwalt Kenad Melunovic nimmt Fricker in Schutz: «Ich sehe absolut kein Verhalten, das strafbar wäre. Und auch kein Verhalten, das zu solch einem Aufruhr führen sollte», sagte er gegenüber dem Sender – vor der Rücktrittserklärung Frickers. So habe der Politiker gesagt, er sehe Schweine, die eingepfercht sind, und das habe ihn an Juden erinnert. «Der Vergleich liegt beim Einpferchen, nicht zwischen den Juden und den Schweinen.»