Baden

Pralinés, Luxemburgerli und Truffes: Edel-Confiserie Sprüngli eröffnet Laden im Metroshop

Die Traditionsconfiserie Sprüngli eröffnet im Metroshop beim Bahnhof eine Filiale. Sie ist die einzige im Aargau. Weltweit existieren insgesamt 25 Filialen.

Die Passanten in der Badener Bahnhofspassage stoppen ihren Schritt, wenn sie durch das Schaufenster die drei Schokoladenbrunnen erblicken. Die bunten Pralinés, Luxemburgerli und Truffes, fein säuberlich aufgereiht und präsentiert, lachen durch das Schaufenster entgegen – durch die dunkle Holzoptik des Interieurs sticht die leuchtende Schokolade umso mehr ins Auge.

Fies, dass der Verkauf für das «gemeine Fussvolk» an dem Informationsanlass am Mittwochabend noch nicht erlaubt ist. Und ebenso fies, dass manche der schokoladigen Küchlein im Schaufenster gar nicht zum Verzehr gedacht sind: Um Foodwaste zu vermeiden, wurden manche Anschauungsobjekte durch Attrappen ersetzt.

Die Edel-Confiserie aus Zürich eröffnete am Donnerstag ihre neue Verkaufsstelle in der Badener Bahnhofspassage. Früher fanden sich auf der Fläche Ticket-Schalter der SBB, die nebenan das moderne Reisezentrum führen.

Sprüngli feiert Laden-Eröffnung im Badener Metroshop – im Interview: Milan Prenosil, VR-Präsident und Mitinhaber von Sprüngli

Sprüngli feiert Laden-Eröffnung im Badener Metroshop – im Interview: Milan Pernosil, VR-Präsident und Mitinhaber von Sprüngli

Hatte Baden schon lange auf dem Radar

Die Entscheidung, dass Sprüngli sich in Baden breitmachen will, wurde vergangenen Dezember bekannt. Es ist nicht die erste Filiale von Sprüngli im Aargau, aber derzeit die einzige: Von 1970 bis 2006 verkaufte die Confiserie ihre Praliné auch im Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach, zog sich dann aber zurück und eröffnete lieber in einem anderen Einkaufszentrum: der Dubai Mall.

«Sie dürfen in Baden genau das Angebot erwarten, das Sie von Sprüngli gewohnt sind», sagt Verwaltungsratspräsident Milan Prenosil in einer Eröffnungsrede. Baden habe man schon lange auf dem Radar gehabt für eine weitere Filiale und wollte sich nun auch «trotz der Krise» nicht die Freude der Neueröffnung nehmen lassen.

Luxemburgerli gehören natürlich auch zum Angebot.

Luxemburgerli gehören natürlich auch zum Angebot.

Die räumlichen Begrenzungen stören die Confiserie Sprüngli nicht, im Gegenteil: In Baden sei nie ein Café geplant gewesen, mit dem Metroshop will man vielmehr die Durchreisenden erreichen. Die Möglichkeit, an einem Bahnhof sieben Tage die Woche zu öffnen, sei auch entscheidend für die Standortwahl gewesen, so Prenosil. Deshalb ist eine Ecke des Ladens vollends den kiosktypischen Take-away-Produkten und Coffee-to-Go reserviert.

Das soll nicht den Eindruck erwecken, dass man in der Confiserie nicht verweilen darf. Denn bis man sich an den kleinen süssen Kügelchen sattgesehen hat, dürfte schon eine Weile vergehen. An einer Theke darf man sich Mischungen von Bruchschokolade selbst zusammenstellen – ein langgehegter Kundenwunsch, verrät Prenosil.

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17 Filialen in Zürich, 2 in den VAE, 1 im Aargau

Milan Prenosil leitet die Geschäfte der Confiserie Sprüngli gemeinsam mit seinem Bruder Tomas seit 1994 in sechster Generation. Die Geschichte des Unternehmens geht zurück auf den Zuckerbäcker David Sprüngli, der seine Konditorei 1836 in Zürich gründete und acht Jahre später anfing, Schokolade herzustellen – als Erster überhaupt in der Deutschschweiz. Sein Sohn Rudolf spaltete die Confiserie als eigenes Unternehmen im Jahr 1892 ab. Während sich die Confiserie vor allem zur nationalen Grösse der Pralinenproduktion entwickelte, kaufte das «Bruderunternehmen» bald schon die Berner Schokoladenfabrik Lindt auf und wurde zum globalen Player.

Der Hauptsitz der Confiserie Sprüngli liegt seit 1859 am Paradeplatz in Zürich. Insgesamt 25 Filialen existieren weltweit, der Grossteil in Schweizer Grossstädten (allein fünf davon am Zürcher Hauptbahnhof) − nur zwei davon im Ausland, in den pralinenliebenden Vereinigten Arabischen Emiraten.

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