Welch grosse Bedeutung der Fahne zukommt, die auf der Ruine Stein in Baden weht, dem wohl wichtigsten Wahrzeichen der Stadt, zeigt folgendes Beispiel aus dem Jahr 2017: Der damals neue Badener Stadtammann Markus Schneider (CVP) liess als erste Amtshandlung die Badener Flagge aufhängen. Während der Amtszeit seines Vorgängers Geri Müller (Grüne) hatte die Schweizer Fahne geweht, was einige Gemüter erzürnte und gar eine Unterschriftensammlung zur Folge hatte.

Und auch dieser Tage wieder sorgt die Beflaggung der Schlossruine für Gesprächsstoff. Am Wochenende bis gestern Montag, während der Tagung der ehemaligen Schweizergardisten in der Stadt, war die Flagge des Vatikans zu sehen. Claudio Miotti, Präsident der Grünen Baden, kritisierte auf Twitter, das sei nicht in Ordnung: «Die Stadt hat religiös neutral und im Zweifel säkular aufzutreten.»

«Keine Gemeinde ist enger mit uns verbunden»

Und seit Montag weht nun also die Ennetbadener Fahne auf der Schlossruine. Stadtrat Matthias Gotter (CVP) und Ennetbadens Gemeindeammann Pius Graf (SP) hissten die Flagge auf Schloss Stein gemeinsam.

Der Grund: Das Fest «200 Jahre Ennetbaden», das von Donnerstag bis Sonntag gefeiert wird – 1819 wurde Ennetbaden von Baden losgetrennt. Dass in den kommenden Tagen die Ennetbadener Flagge über den Dächern von Baden zu sehen ist, hat laut Matthias Gotter Symbolkraft: «Keine Gemeinde ist enger mit Baden verbunden als Ennetbaden. Wir freuen uns, mit unseren Freunden und Nachbarn zu feiern.» Pius Graf sagte: "Dass hier die Ennetbadener Fahne wehte, gab es noch nie." 

Premiere: Auf der Ruine Stein weht die Ennetbadener Fahne

Stadtrat Matthias Gotter und Ennetbadens Gemeindeammann Pius Graf hissen die Flagge auf Schloss Stein.

Mit rund 30 Beizen und Restaurants, drei Bühnen mit über 40 Konzerten plus dem zweiten Teil der Theatertrilogie auf dem Parkhausdach verwandelt sich Ennetbaden diese Woche in eine Festhütte. Zudem bietet das Fest ein breites Angebot für Kinder. Der Eintritt ist gratis.

Wegweiser sollen Badener nach Ennetbaden locken

Auch die Spanischbrödlizunft macht mit einer humorvollen Aktion auf die Feierlichkeiten aufmerksam: Sie stellte Wegweiser auf, unter anderem auf der Schiefen Brücke, die in Richtung Baden zeigen, mit der Aufschrift «Ennet-Ennetbaden.» Baden werde in den nächsten Tagen nicht mehr das Zentrum, sondern der Nachbar von Ennetbaden sein, sagte Brödlimeister Niklaus Merker.

Die Wegweiser knüpfen an die Aktion im Jahre 2007 an, als die Zunft nach der Eröffnung des Limmatsteges die Gemeinde Ennetbaden auf Schildern zu «Baden Ost» degradierte. «Wir hoffen nun, dass die neuen Wegweiser viele Badener nach Ennetbaden ans Fest locken», so Merker. An der Aktion der Zunft nahmen Vertreterinnen und Vertreter sowohl des Stadtrats als auch des Ennetbadener Gemeinderats teil.