Der Gemeinderat Stetten will, dass die Stetter Primarschüler der 5. und 6. Klasse in Künten unterrichtet werden. Deshalb legt er den Stimmberechtigten an der Sommergmeind einen Gemeindevertrag zwischen den Gemeinden Künten und Stetten vor. Dies als Folge des Wechsels auf sechs Jahre Primarschule. Gegen dieses Vorhaben gibt es Widerstand. Mitglieder der Gruppe «Pro Primar» wehren sich mit einem Flyer und der Internetseite www.unsereprimarschulestetten.ch gegen die Auslagerung.

Auch Schulpflege lehnt Antrag ab

Federführende Personen der Gruppe «Pro Primar» sind Stephanie Weber, Susanne Nemmertz und Reinholf Möllenbeck. «Der Gruppe gehören rund 50 Eltern an», sagt Weber. Alle wollen dasselbe: Die Primarschule Stetten muss im Dorf bleiben. «Wir wollen eine zukunftsorientierte und familienfreundliche Gemeinde», betont Weber. In Stetten gebe es nachweislich genügend Schulraum für die ganze Primarschule und Oberstufe Künten und Stetten. Auch die Schulpflege lehnt den Gemeindevertrag ab: «Die Schüler müssten mit erhöhten Schwierigkeiten beim Übertritt in die Oberstufe fertig werden», sagt Max Ender, Schulpflegepräsident. Ein Schulstrukturwechsel sei vor allem für Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen schwierig. Weiter würde Künten die Primarschule operativ und strategisch führen. «Wir befürchten, dass wir als Schulpflege keinen Einfluss mehr nehmen können», sagt Ender.

Gemeinderat will Oberstufe

«Die Führung der Primarschüler der 5. und 6. Klasse an einem Standort bringt pädagogisch und organisatorisch grosse Vorteile», widerspricht der Gemeinderat in seinem Communiqué. Durch die grössere Schülerzahl werde die Vorbereitung auf die Oberstufe professioneller.

Wichtig sei es, die Oberstufe im Dorf zu behalten, schreibt der Gemeinderat. Grund: Er befürchtet, dass die Gemeinde Künten bei einer Ablehnung den Oberstufenverband Reusstal verlassen und ihre Schüler nach Bremgarten schicken könnte. «Dann müssten wir unsere Oberstufenschüler nach Mellingen schicken.» Dies hätte zur Folge, dass sowohl in Künten wie auch in Stetten ungenutzter Schulraum entstünde und gleichzeitig Schulgeld an andere Gemeinden bezahlt werden müsste.

Angeblich kein Zerwürfnis

Für Ender und Weber sind die Tage des Oberstufenverbands aber gezählt. «Der Verband kämpft seit Jahren mit geringen Schülerzahlen», sagt Ender. Dem Verband drohe die Auflösung; deshalb sei ein Oberstufenstandort in Stetten unwahrscheinlich. «Wieso müssen wir die 5. und 6. Klasse auslagern, solange der Oberstufenstandort Stetten unsicher ist.» Weber doppelt nach: «Es ist absurd, eine gute Primarschule auf Kosten des Oberstufenverbandes Reusstal – der seit seiner Gründung auf wackligen Beinen steht – zu zerschlagen.» Dass zwei Behörden über eine schulische Sachfrage «eine unterschiedliche Position vertreten, mag erstaunen», ist im Communiqué zu lesen. Grund dafür sei jedoch nicht ein Zerwürfnis. «Der Gemeinderat will den Oberstufenstandort Stetten sichern und die Schulpflege die Primarschule im Dorf erhalten.»

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 19. Juni, Mehrzweckhalle Egg.