Darf ein Club seine Gäste mit vergünstigtem Eintritt belohnen, wenn sie sich "sexy" kleiden? Diese Frage hat auch die AZ-Leserinnen und -Leser bewegt. Die Reaktionen lassen sich grob in drei Kategorien einteilen. Eine knappe Mehrheit findet: Der Aufruf ist in Ordnung. Andere sind der Meinung: Die Aktion geht gar nicht. Und nicht wenige stellen sich, wie Markus Koch auf Facebook, die Frage: "Haben wir sonst keine wichtigeren Probleme?"

Die Diskussion dreht sich um die Aktion des Badener Clubs LWB. Wer vergangenen Freitag im "sexy" Outfit aufkreuzte, bezahlte statt 18 nur 10 Franken Eintritt. "Ladies, werft Euch in die heissesten Outfits und kommt vorbei an die exklusive 'Shades of LWB' Party", bewarben die Veranstalter den Anlass. Die Rabatt-Aktion sei eher als Gag gedacht, sagte Club-Betreiber Dano Dreyer zur "Schweiz am Wochenende".

«Das ist super primitiv»

Positiv gestimmt sind jedoch längst nicht alle: "Das ist kein 'Gag', das ist super primitiv", schreibt Leser "Wernli49". Adrijana Botić ist enttäuscht vom Club. Auch sie findet die Aktion primitiv. Derselben Meinung ist auch "eb161" – allerdings nur, wenn der Aufruf sich nur an Frauen richtete. Ansonsten sei er ok.

Keine Freude hatte auch Eva Telli-Bützer, die sich als Mutter Sorgen macht: Als müsse man nicht schon genug darauf achten, dass die eigenen Töchter nicht zu einem Sexsymbol verkämen, schreibt sie auf Facebook.

95 Prozent der Frauen zahlten weniger

Viele Leserinnen und Leser sehen in der Aktion des Clubs kein Problem: Franz Suter findet den Aufruf sogar eine gute Idee und Simone Efrat schreibt, sie würde selber mitmachen. Einige Kommentarschreiber verstehen die Aufregung sowieso nicht. Exemplarisch dafür schreibt Patrizia Täuscher: "Meine Güte, wieder ein Theater um nichts.

Ein weiterer Leser meint, es sei ja niemand gezwungen, dem Aufruf Folge zu leisten. Wem das Vorgehen des Clubs nicht passe, könne zuhause bleiben oder woanders hingehen, pflichtet ihm ein anderer bei.

Und wie war die Party? "Hervorragend", sagt Dreyer. Rund 95 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer kamen in den Genuss eines vergünstigten Eintritts. Männer kamen vergünstigt rein, wenn sie Krawatte oder Fliege trugen. Diskussionen um den Dresscode habe es keine gegeben. "Das war kein Thema", sagt er. Auf den Artikel erhielt er hingegen sehr viele Reaktionen – "ausschliesslich positive", sagt er. (mwa)