Landesweit ist es immer schwieriger, Schüler und Lehrer für die traditionellen Skilager während der Sportferien zu gewinnen. In der Region ist das nicht anders. Speziell aber ist der Fall Würenlos: Seit rund 30 Jahren werden die Skilager dort nicht von der Schule, sondern von Privaten organisiert.

Weil die Anzahl Anmeldungen fürs Lager – schon damals – sehr tief waren, drohte dem Skilager das Aus. Christoph Mühlethaler, der in Würenlos als Lehrer die Lager geführt hatte, nahm die Sache in die Hand und organisierte diese fortan weiter – als Privater.

Die Anmeldezahlen stiegen, das privat geführte Lager gilt heute als sehr beliebt. Dies dürfte auch am Preis liegen: Mit 320 Franken pro Teilnehmer für sechs Tage Lager – Skipass inklusive – ist das Würenloser Skilager verhältnismässig günstig. Möglich wird dies dank der mit 10 000 Franken grosszügigen Unterstützung seitens der Gemeinde.

In den letzten 13 Jahren leitete Gemeinderat Nico Kunz die Skilager. «Es ist schon speziell, dass nicht die Schule, sondern Private die Lager in Würenlos organisieren», sagt er.

«Weil man sich daran gewöhnt hat, hat die Schule wohl keine Ambitionen mehr, die Lager selber durchzuführen.» Nicht nur das: Es stellen sich auch keine Lehrer als Leiter für die von Kunz geführten Skilager zur Verfügung. «14 Personen geben einen Teil ihrer Freizeit und engagieren sich bei uns ehrenamtlich als Leiter», sagt er. «Es kann doch nicht sein, dass keine Lehrer darunter sind.»

Dabei gibt es unter den Würenloser Lehrpersonen durchaus solche, die gerne Skilager leiten: Letztes Jahr organisierte Lehrer Stefan Gilli mit drei weiteren Lehrerkollegen ein Skilager in der Schule Würenlos – im Rahmen einer Projektwoche. Es fand deshalb nicht in den Sportferien, sondern während der regulären Schulzeit statt. Drei Real- und eine Sekundarschulklasse nahmen teil. Für 2017 plant Gilli wieder eine solche Skilager-Projektwoche, an der dann alle Oberstufenklassen teilnehmen sollen. Kehrt das Skilager in Würenlos damit langsam von den Privaten wieder zurück zur Schule? «Das ist möglich», sagt Gilli. «Man müsste zusammensitzen und das Thema anschauen.»

Dass ein Skilager nicht während der Sportferien, sondern während der Unterrichtszeit stattfindet, ist in der Region kein Einzelfall: In Neuenhof werden die Schul-Skilager im März durchgeführt. «Seither werden wir von Anmeldungen überhäuft», sagte Lehrer Reto Geissmann der «Limmatwelle».

Für Nico Kunz ist klar: Findet 2017 das als Projektwoche aufgegleiste Skilager in Würenlos statt, wird es in dem Jahr kein privates Lager geben. «Schon 2014 harzte es wegen dem Projektwoche-Lager bei uns mit den Anmeldungen», sagt er. Endgültig entscheiden wird dies aber sein Nachfolger: Nach 13 Jahren tritt Kunz als Lagerleiter zurück.