Morgen Mittwoch ist Zügeltermin. Dann heisst es für viele wieder: Keller räumen und entsorgen. Recyclinghöfe gibt es in der Region genug, pikant ist aber: Es sind nicht nur die Gemeinden, sondern auch private Firmen, die das Geld mit dem Abfall machen.

Die Ausnahme ist der Siedlungsabfall, über den die Gemeinden ein sogenanntes Entsorgungsmonopol haben. Das heisst: Die Kommunen müssen Hauskehricht, Grünabfälle oder Altpapier entsorgen.

Für Grosses die Privaten

In Sachen Sperrgut, Alteisen oder Elektroschrott haben in der Region Baden/Wettingen die privaten Entsorgungsfirmen die Nase vorn. Diese verkaufen die sogenannten Wertstoffe wie etwa Aluminium oder Kunststoff an Zwischenhändler weiter.

Laut Thomas Stirnemann, Leiter Werkhof Baden, wäre es grundsätzlich möglich, dass die Gemeinde dieses Geschäft übernehmen könnte. Stirnemann würde dies sogar begrüssen, aber: «Letztlich ist dies ein politischer Entscheid, ob man die Privaten konkurrenzieren will.»

Für kleinere Entsorgungen bieten die Gemeinden hingegen Recyclinghöfe an. In Baden, Untersiggenthal, Wettingen oder Spreitenbach kann man als Einwohner der jeweiligen Gemeinde kostenlos Alteisen oder Styropor bringen. Beim Sperrgut fallen Gebühren an. In Baden können die Einwohner ihr Kleinsperrgut mit einer Gebührenmarke versehen und an bestimmten Tagen auf die Strasse zur Abholung stellen.

Bis 25 Kilogramm verlangt die Stadt Baden neun Franken. Wer grössere Gegenstände entsorgen will, muss diese zu einer privaten Entsorgungsstelle bringen. Bei der Relogis Frunz in Gebenstorf kostet die gleiche Menge Sperrgut zwar nur 6.50 Franken, doch gibt es einen Mindestbetrag von 20 Franken. Ähnliche Tarife haben die Obrist-Transport AG (Wettingen/Würenlingen) oder das «Brings» in Turgi.

Gemeinden geben Tarife vor

Recherchen des BT zeigen aber: Mit Abfall lässt sich nicht unbedingt das grosse Geld machen. Sinkende Rohstoffpreise mindern zunehmend den Gewinn. Auch Währungsschwankungen bilden ein Risiko: «Wegen des starken Frankens verzeichnen wir zurzeit Einbussen von fast 40 Prozent. Wenn sich die Situation nicht verändert, werden wir über Preisanpassungen nachdenken müssen», erklärt Eugen Paul Frunz von der Relogis Frunz.

Doch nicht alles lässt sich verkaufen. Beim Sortieren fällt auch nicht verwertbarer Kehricht an, und dafür müssen die Firmen bezahlen. Auch für Holz muss die Relogis zahlen: «Vom Kunden bekommen wir pro Kilo 18 Rappen, doch für die weiterere Verwertung müssen wir bezahlen», sagt Frunz.

Gemeinden, die ihre Entsorgungsstellen auslagern, wollen bei den Entsorgungstarifen mitreden. Thomas Meier von der Obrist-Transport AG erklärt dazu: «Bei der Übernahme des Entsorgungsplatzes Geisswies in Wettingen im Jahr 2013 haben wir uns verpflichtet, die Tarife der Gemeinde unverändert zu übernehmen.»

Klar kundenfreundlicher sind die Privaten bei den Öffnungszeiten. Während der Recyclinghof Im Grund in Dättwil während der Woche nur an zwei Halbtagen und am Samstagvormittag geöffnet ist, kann man bei den Privaten abends und den ganzen Samstag den nicht mehr gebrauchten Hausrat vorbei bringen.