Vorerst wolle er nur kleine Brötchen backen, betont Spitexleiter Sasa Medic. Gemeint ist: Er will mit seiner neu gegründeten Spitex-Organisation klein anfangen. «Es klingt klischeehaft, aber wir wollen nicht möglichst viele Klienten, sondern die Qualität soll an erster Stelle stehen», sagt Medic.

Das Team mit drei Männern und vier Frauen betreut bereits eine Handvoll Klienten. Die «Spitex Medic» bieten einen 24-Stunden-Service. Um diesen zu garantieren, nehmen sie vorerst keine neuen Klienten an. Dabei steht die offizielle Eröffnungsfeier der Non-Profit Organisation erst noch bevor. Non-Profit heisst: Es gelten dieselben Tarife, wie bei der öffentlichen Spitex.

Klein ist auch das Büro der «Spitex Medic». 12, vielleicht 15 Quadratmeter. Ein Tisch, ein Sofa, ein Bücherregal, ein Flipchart. An den Wänden hängen vollgeschriebene Plakate mit To-Do- und Erledigt-Listen.

Von der Freiheit, mehr zu leisten

Seit fast 30 Jahren ist Medic in der Pflege tätig und arbeitete in verschiedenen Alters- und Pflegeheimen. «Ich fühle mich jetzt reif genug, um für ein eigenes Projekt die Verantwortung zu tragen», begründet der diplomierte Pflegefachmann seinen Entscheid, eine eigene Organisation zu gründen.

Pflegedienstleiterin Nicole Schmidt agiert als Medics rechte Hand. Vom Konzept der Non-Profit-Organisation ist sie überzeugt. Normalerweise sind privat geführte Spitex Unternehmen ein wenig teurer als die staatlichen. «Aber als Spitex Pflegerin wirst du nie reich», sagt sie. Daher könne man genauso gut dieselben Preise verlangen wie die staatlichen Institutionen.

«Den Job mache ich wegen der Leidenschaft», sagt sie. «Und als Spitex in einem privaten Unternehmen habe ich mehr Freiheiten bei der staatlichen Spitex.» Mit den neuen Freiheiten meint sie vor allem Service. «Vor den Festtagen haben Sasa und ich an einem Samstag für eine Klientin einen Fernseher organisiert», sagt Schmidt.

«Bei staatlichen Spitex-Diensten ist das eher unüblich.» Zum Service gehört auch die Hilfe bei der Steuererklärung. «Oder wenn jemand Probleme mit dem Smartphone hat, helfen wir natürlich auch», sagt Medic.

Hilfe für die Angehörigen

Angehörige, die ihre Liebsten selber pflegen, stossen oft an ihre Grenzen. «Wichtig ist bei unserer Arbeit, dass wir mit der pflegenden Ehefrau oder den pflegenden Kindern zusammenarbeiten», sagt Medic. «Wenn wir ihnen erklären, was mit ihrem Demenz kranken Ehemann oder Vater passiert, können die Angehörigen im Alltag besser reagieren.»

Angesprochen auf seinen Namen lacht Medic: «Für ein Mal ist das -ic im Namen ein riesen Vorteil», sagt er. Man spreche «Spitex Medic» aber mit einem harten C aus, erklärt der gebürtige Serbe.

Eröffnungsfeier mit Apéro: Fr 10. Januar, ab 17 Uhr in der «Gwundertüte», Landstrasse 85a in Wettingen (Eingang Zentrumsplatz).