Obersiggenthal

Probleme mit der Decke: Die Schliessung des Schwimmbades droht

Probleme mit der Hallenbaddecke in Obersiggenthal: Im schlimmsten Fall geht diesen Sommer auch das Gartenbad zu.

Rund 100 000 Gäste besuchen das Obersiggenthaler Hallen- und Gartenbad pro Jahr. Doch wie lange steht es noch offen? Diese Frage stellt sich, weil die Tragstruktur der Hallenbaddecke Probleme bereitet. Ein Kredit von 51 000 Franken soll nun eine genaue Untersuchung ermöglichen, der Einwohnerrat wird nächste Woche darüber abstimmen. «Zu prüfen ist insbesondere, ob ein kompletter Ersatz kostengünstiger ist als eine Betonsanierung der Hallenbaddecke», so der Gemeinderat. Und er stellt klar: «Sollte die Decke nicht weiter untersucht werden können, wird das Hallen- und Gartenbad auf den vorgesehenen Revisionsbeginn im Sommer 2019 aus Risikogründen geschlossen und die Wohnung im Hallen- und Gartenbad auf diesen Termin geräumt.»

Getrennter Betrieb nicht möglich

Gemeindeammann Dieter Martin (FDP): «Es besteht kein Grund zur Beunruhigung.» Das Hallenbaddach sei nicht unmittelbar vom Einsturz bedroht. «Dennoch müssten wir ohne weitere Untersuchung auf Nummer sicher gehen und das Bad schliessen.» Dass auch das Gartenbad von der Massnahme betroffen wäre, liege daran, dass die Technik des Aussen- und des Hallenbades zusammenhängt. «Ein getrennter Betrieb wäre nicht möglich», so Dieter Martin. Er sei aber zuversichtlich, dass der Kredit vom Einwohnerrat genehmigt werde, denn an einer Schliessung des Bades könne niemand ein Interesse haben. «Es ist wichtig für die Gemeinde, macht einen Teil unserer Identität aus.»

So sieht das Hallen- und Gartenbad in Obersiggenthal aus:

Bereits im vergangenen Sommer hatten erste Untersuchungen ergeben, dass die Decke innerhalb von zwei bis maximal fünf Jahren saniert werden muss und dass innert zwölf Monaten weitere Untersuchungen erfolgen sollten. Die neue Analyse soll nun die klare Aussage ermöglichen, bis wann spätestens die Sanierung der Hallenbaddecke erfolgen muss.

Schon einmal war die Sanierung des Bades im Einwohnerrat ein Thema: Der Gemeinderat schlug letzten Herbst vor, das 50 Jahre alte Bad nicht nur zu sanieren, sondern darüber hinaus attraktiver zu gestalten – für 13,8 Millionen Franken. Mit diesem Geld sollten ein neuer Eingangsbereich und Aussengarderoben erstellt sowie der Saunabereich und das Restaurant aufgewertet werden. Doch der Einwohnerrat wies den Kredit im November zurück. Hauptgrund: die Kosten. Die Investition wäre nicht tragbar, argumentierte etwa die Finanzkommission.

Der Gemeinderat verfolgt nun nur noch den Erhalt des Bades als Ziel, weitere Investitionen zur Aufwertung sind nicht mehr vorgesehen. Bloss die notwendigen sicherheitsrelevanten und gesetzlich vorgeschriebenen Massnahmen sollen umgesetzt werden, heisst es in der Vorlage an den Einwohnerrat. Ein weiterer Verpflichtungskredit von 99 000 Franken soll darum für die Ausarbeitung eines Projekts zum Erhalt des Bades verwendet werden, wobei das im November zurückgewiesene Vorprojekt überarbeitet wird. Die Überarbeitung beinhaltet die Suche nach zusätzlichen Sparoptionen.

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