Spreitenbach
Profis bei den Hausaufgaben

Hinter dem Vereinsnamen «Aufgabenhilfe Spreitenbach» verbergen sich 17 engagierte Helferinnen, die zurzeit fast 80 Schüler bei den Hausaufgaben unterstützen. Nun wird der Verein mit einem Kulturpreis ausgezeichnet.

Bettina Meyer-Herms
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«Wir sind kein Nachhilfeverein», betont Susanne Stalder, Präsidentin des Vereins. Sie möchte erreichen, dass die Schüler lernen, eigenständig zu arbeiten und bereitgestellte Hilfsmittel kompetent zu gebrauchen. Jede Helferin trägt deshalb eine individuelle Bücherkiste für «ihre Kinder» durch das Schulhaus. Neben den von der Schule zur Verfügung gestellten Nachschlagewerken enthält sie speziell angeschaffte Lern- und Hilfsmittel zur Erledigung der «Ufszgi». Für die Helfer bedeutet die Arbeit täglich motivieren, anleiten und erklären. Nicht nur die Schüler erwerben Fähigkeiten bei den Hausaufgaben: «Man lernt selbst immer noch dazu», sagt die Präsidentin. Der Verein finanziert alle zwei Jahre eine Weiterbildung für das Betreuerteam.

So erwarben die Frauen Kenntnisse über das Phänomen der Dyskalkulie und die damit verbundenen Schwierigkeiten beim Rechnen. Oft werden zunächst Lehrer aufmerksam, wenn es mit dem Lösen der Aufgaben nicht recht klappt. Sei es, dass Eltern mit Deutsch als Zweitsprache selbst Schwierigkeiten haben, die geforderten Aufgaben zu verstehen, oder dass sie durch ihre Berufstätigkeit erst am Abend helfen können. Es gibt viele Gründe, das Angebot der betreuten Hausaufgaben zu nutzen.

«Ich tschegg die Uufgabe nid»

Einen unterhaltsamen Eindruck vom Anforderungsprofil für die Hausaufgabenprofis vermittelten Gemeinderätin und Schulpflegepräsidentin Doris Schmid gemeinsam mit der Schulleiterin des Schulhauses «Hasel» dem Publikum bei der Preisverleihung auf der Bühne des Zen-trumsschopfes. «Frau Schmid, das isch würklich e voll krassi Ufgab, ich ha kei Bock für studiere, chasch nid für mich mache?», imitierte Bettina Stade den imaginären Schüler «Hatschi». Der blieb nicht allein auf der Bühne. Auch seine erdachten Kollegen Bruno und Laura forderten von Doris Schmid, welche die Gäste einstimmen wollte, die volle Aufmerksamkeit zur Freude des Publikums.

Gemeindeammann Josef Bütler hob die soziale Rolle der Aufgabenhilfe in der Entwicklungsförderung der anvertrauten Schüler in seiner Laudatio hervor. Er bedankte sich bei den Stiftern des Kulturpreises, dem Einkaufszentrum Shoppi Tivoli Spreitenbach, für die verbindliche Zusage, auch zukünftig das Preisgeld zu stiften und auch die Preisverleihung finanziell zu tragen. Renato Blötsch überreichte als Vertreter des «Shoppi Tivoli» den riesigen Check an Susanne Stalder. Die Präsidentin der Aufgabenhilfe bedankte sich für die Wertschätzung des Vereins, der nach Preisverleihungen durch Caritas und Heks im Jahr 2003 nun auch in den Genuss des mit 10000 Franken dotierten Spreitenbacher Kulturpreises kommt.