Im Saal ist es dunkel, nur die Bühne ist in schummriges Blaulicht getaucht. Aus den Boxen dröhnt die E-Gitarre, und der Boden erzittert unter dem Bassrhythmus. An diesem Freitagabend verschmelzen im Kulturlokal Royal elektronische Klänge mit harten, dreckigen Rockriffs. Das Musiktrio KoMaRa eröffnet den Abend mit einem Zusammenspiel aus melancholischen Trompeteneinlagen und industriellen Rhythmen, während die Band O.R.K dem Publikum mit viel Bass und psychedelischen Klängen einheizt.

Beide Bands setzten sich aus berühmten Musikern zusammen, so zupft unteranderem Colin Edwin von der britischen Progressiv-Rock-Band Porcupine Tree die Basssaiten bei O.R.K. Pat Mastelotto von King Crimson schwingt dabei in beiden Bands die Drumsticks.

Während KoMaRa kraftvolle, beinahe schon hypnotische Klangskulpturen bildet, setzt O.R.K auf energetische Rockfiguren. Mit tiefer, fast schon düsterer Stimme geht der Gesang von Lorenzo Esposito Fornasari dabei unter die Haut, während der Gitarrist Carmelo Pipitone seinen vollen Lockenschopf durch die Luft schwingt und in die Saiten haut. «Das ist ein echt netter Club», meint Pipitone auf Englisch. Sie seien alle auch sehr gut umsorgt worden vom Royal Team. Kaum ist der Satz zu Ende gesprochen, schon zupft er wieder die Saiten und heizt dem Publikum mit seinen frechen Riffs ein.

Musik statt grosse Worte

Allgemein geben sich beide Bands eher wortkarg und setzen auf die Kraft ihrer Musik. Im Bann der progressiven Klangfahrt wippen dabei die Zuhörer hin und her und manch einer scheint in der tranceartigen Musik aufzublühen.