Mellingen
Projektwoche: Sekundarschüler verbringen eine Woche im Altersheim

Die 4. Klasse der Sekundarschule hat während ihrer Projektwoche zum Thema «für- und miteinander» Senioren im Alterszentrum im Grüt besucht. Sie sind mit Bewohnern im Rollstuhl spazieren gefahren, haben mit den Senioren gejasst oder in der Küche ausgeholfen.

Carolin Frei
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Projektwoche: Sekundarschüler verbringen eine Woche im Altersheim
4 Bilder
Nikola geht mit einem Senior spazieren
Janik, (von links) Nico und Tharrmeehan jassen mit der Seniorin Trudi Jäggi
Alicia (links) und Alessia plaudern mit Marie Meier über Gott und die Welt

Projektwoche: Sekundarschüler verbringen eine Woche im Altersheim

Zur Verfügung gestellt

«Wir hätten den Tisch decken sollen, doch als wir kamen, war die Arbeit vom Pflegepersonal schon erledigt», erzählt Tobias etwas enttäuscht. Doch er und seine beiden Mitschüler Nikola und Stefanie haben dann einfach eine andere Aufgabe gefasst – Bewohner im Rollstuhl spazieren fahren.

Mit ihren Klassenkameraden leisten sie im Rahmen der Projektwoche «für- und miteinander» verschiedene Arbeitseinsätze im Alterszentrum im Grüt in Mellingen. «Danach haben wir die Senioren zum Mittagessen an den Tisch geführt», fährt Nikola fort.

Und Stefanie ergänzt: «Am Nachmittag waren wir noch in der Küche und haben Wienerli im Teig verpackt.» Nikola hat zudem Dutzende von Kartoffeln geschält. Dass die Hygiene einen hohen Stellenwert hat, wird den Schülern immer wieder vorgelebt. Die Freundlichkeit des Küchenpersonals, die teils flotten Sprüche der Bewohner und die Arbeit in der Küche kommt bei den dreien gut an.

Derweil versuchen sich Janik, Nico und Tharrmeehan von der Aktivierungsgruppe mit der 77-jährigen Trudi Jäggi im Jassen. Kein einfaches Unterfangen, sind doch die jungen Männer nicht so sattelfest wie die Seniorin. Eine kleine Kaffeepause gönnen sich Damienne, Vanessa und Romina im 1. Stock, bevor es mit Essen servieren weitergeht. «Wir unterhalten uns mit Frau Meier über früher», erzählen Alicia und Alessia in der kleinen Sitzecke. Es sei eindrücklich, was die Bewohnerin alles erlebt habe.

Eine Umfrage unter den 4.-Seklern zeigt, dass sie die Erfahrungen, die sie in dieser Woche im «Grüt» sammeln können, spannend finden. Denn eine Projektwoche in diesem Stil erlebt man nicht alle Tage. Allerdings konnten sich nicht alle Schüler von Anfang an mit der Idee anfreunden, hätten erst die Nase gerümpft, erinnert sich ihr Klassenlehrer Thomas Benz.

Warum in einem Altersheim?

Zum Schul-Thema Gewaltprävention beziehungsweise «für- und miteinander» sei er schnell auf die Idee gestossen, die Projektwoche im Altersheim umzusetzen, sagt Thomas Benz. Darauf klopfte er beim Alterszentrum im Grüt an und stiess dort auf offene Ohren. «Wir sind immer offen für Generationen verbindende Projekte – auch wenn es für uns mit grossem Aufwand verbunden ist», sagt Zentrumsleiter Willy Keller. Im Januar sass man zusammen und erarbeitete einen Arbeitsplan. Fokussiert habe man sich auf eine Aktivierungs-, Koch- und Fragegruppe.

Die Fragen, die den Bewohnern gestellt wurden, werden am Ende der Projektwoche ausgewertet und das Resultat der Heimleitung übergeben. Vorab können sich alle Interessierten ein Bild vom Arbeitseinsatz machen: Am Freitag, 28. März, um 14 Uhr wird das Erlebte von den Schülern an einer öffentlichen Powerpoint-Präsentation vorgestellt.

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