Baden
«proSenio»: Verbund übernimmt den Betrieb der Wohn- und Pflegehäuser

Die gesetzlichen Anforderungen werden für den Ennetbadener Verein proSenio zu hoch: Für den Betrieb seiner 80 Betten umfassenden Wohn- und Pflegehäuser ist neu die Bethesda Alterszentren AG verantwortlich. Der Verein wird aufgelöst.

Stefanie Suter
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Thomas Bättig (Geschäftsführer «proSenio»), Jürg Matter (VR-Präsident Bethesda Alterszentren AG), Niklaus Schertenleib (Vizepräsident «proSenio») und Jan Kocher (Präsident «proSenio», von links). ssu

Thomas Bättig (Geschäftsführer «proSenio»), Jürg Matter (VR-Präsident Bethesda Alterszentren AG), Niklaus Schertenleib (Vizepräsident «proSenio») und Jan Kocher (Präsident «proSenio», von links). ssu

Stefanie Suter

Vier Wohn- und Pflegehäuser sind es, welche die Bethesda Alterszentren AG aus Küsnacht (ZH) vom Verein «proSenio» übernimmt. Die rund 100 Mitarbeiter und die Standorte in Ennetbaden, Nussbaumen, Wettingen und Würenlos werden in die Bethesda AG integriert und unter der bisherigen Leitung weitergeführt.

Bürokratieaufwand zu gross

Das sind die Akteure

Der gemeinnützige Verein proSenio bietet seit über 40 Jahren individuelles Wohnen mit Pflege und Betreuung an - unterdessen an vier Standorten mit rund 80 Betten: Ennetbaden, Nussbaumen, Wettingen und Würenlos. Die Kernkompetenz von «proSenio»: Dezentrale Wohngruppen an zentrumsnahen Standorten betreiben.

Die Bethesda Alterszentren AG ist 2012 aus der ehemaligen Bethesda Pflegeresidenz Küsnacht hervorgegangen. Ihr Auftrag: Gesamtschweizerisch eine auf christlicher Grundlage basierende gemeinnützige Kette von Alterszentren aufbauen. Zur Bethesda AG gehören Alters- und Pflegeheime in den Kantonen Basel-Stadt, Zürich, Glarus und Aargau. Gesamthaft beschäftigte das Unternehmen Ende 2013 rund 480 Mitarbeitende. Für alle angeschlossenen Häuser werden zentrale Dienstleistungen bei der Direktion in Küsnacht (ZH) erbracht.

Die Bethesda AG ist eine Tochtergesellschaft der Stiftung Diakonat Bethesda. Die 2009 gegründete Stiftung führt den diakonischen Auftrag der Bethesda Schwesterngemeinschaft fort, die sich für Kranke, Schwache und Bedürftige einsetzt. (az)

«Die immer mehr ausufernde Regulierungsdichte und die stetig ansteigenden behördlichen Vorgaben lassen den administrativen Aufwand seit Jahren immer grösser werden», erklärt der Vereinspräsident Jan Kocher. Dies betreffe vor allem die Vorgaben des kantonalen Departementes für Gesundheit und Soziales. Und Vizepräsident Niklaus Schertenleib ergänzt: «Das sind riesige Aufgaben für eine Institution wie unsere – langfristig betrachtet ist es wirtschaftlicher, wenn die Wohn- und Pflegehäuser in einem grösseren Verbund organisiert sind.»

So könnten gewisse Abteilungen zentralisiert werden, wie beispielsweise das Finanz- und Rechnungswesen und die Personaladministration. «Es ist ein strategischer und zukunftsgerichteter Entscheid – denn aktuell steht die Institution auf finanziell festen Füssen.»

Seit fast 20 Jahren ist Schertenleib Vizepräsident des Vereins: «Es ist ein emotionaler Schritt für mich, aber auch ein Schritt für ‹proSenio›.» Als selbstständiger Unternehmer wird er in Zukunft mit der Stiftung Diakonat Bethesda zusammenarbeiten, zu der die Bethesda Alterszentren AG gehört. «Er wird für uns als Entwickler, Bauherr und Investor neue Projekte entwickeln und realisieren», erklärt Jürg Matter, Verwaltungsratspräsident der Bethesda Alterszentren AG.

Die Integration des Betriebes von «proSenio» in die Bethesda Alterszentren AG sollte bis im Frühling abgeschlossen sein. Der bisherige Geschäftsführer Thomas Bättig führt die Wohn- und Pflegehäuser als Zentrumsleiter weiter, auch der Name «proSenio» bleibt erhalten. Dienstleistungen wie IT, Finanzen oder Qualitätsmanagement werden am Hauptsitz der Bethesda AG in Küsnacht zentralisiert. Arbeitsstellen sind keine bedroht.

Grosses Ziel vor Augen

Die Bethesda Alterszentren AG hat sich grosse Ziele gesteckt: «Wir möchten einen schweizweiten Verbund von Alterszentren aufbauen, der gemeinnützig und christlich orientiert ist.» sagt VR-Präsident Matter. Für kleinere Institutionen sei es schwierig, die Finanzierung sicherzustellen. Auch kompetente Führungskräfte zu finden, sei nicht einfach. «In einem Verbund kann das Fachwissen gebündelt werden – besonders im Hinblick auf die sich immer wieder ändernden gesetzlichen Vorgaben ist das wichtig.»

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