Pumptracks boomen in der Schweiz seit Jahren. Immer mehr Biker suchen den Kick auf den speziell sportlichen Fahrbahnen. Auch in Birmenstorf erstreckt sich ein Pumptrack im südöstlichen Gemeindegebiet, etwas ausserhalb des Dorfes. Eine rund einen Meter breite Kiesspur schlängelt sich durch ein Stück grüne Wiese. Etliche Kurven mit Seitenhang und kleine Hügel zieren die Strecke, die meist mit dem Mountainbike befahren wird. Ziel ist es, ohne in die Pedale zu treten Schwung aufzubauen, indem man mit den Armen Druck auf die Räder gibt, um die Strecke zu meistern.

Die Idee kam während der Ferien in Frankreich auf

Verantwortlich für die steinige Fahrbahn ist Florian Rauber, der Präsident des Vereins «Birmi Pump». Die Idee eines Pumptracks kam während der Ferien in Frankreich auf, sagt der 19-jährige Birmenstorfer: «2014 reiste ich mit einem Kollegen ins Tal des Flusses Ardèche, um zu biken. Da stiessen wir auf einen solchen Pumptrack, auch eine grössere Anlage für Motocrosser gab es da.»

Florian Rauber, Präsident Birmi Pump, auf dem Pumptrack und im Interview – zum Schluss ein Selbstversuch von Redaktionspraktikant Samuel Knecht

Florian Rauber, Präsident Birmi Pump, auf dem Pumptrack und im Interview – zum Schluss ein Selbstversuch von Redaktionspraktikant Samuel Knecht

Mit der Idee, so eine Strecke auch in Birmenstorf zu errichten, traten Rauber und sein Kollege noch im selben Jahr der Jugendkommission im Dorf bei, welche das Vorhaben von Beginn weg unterstützte. Vor zwei Jahren baute die Schweizer Firma «Velosolutions» den Pumptrack mit Kies und Erde innert zweier Tage.

«Velosolutions» erstellt Pumptracks in der ganzen Welt. Auch in der Schweiz errichtete die Firma mehrere Strecken, etwa in Zürich, Arosa oder Kriens. Die ungefähr 120 Meter lange Anlage in Birmenstorf kostete die Jugendkommission rund 8000 Franken.

Der Pumptrack sei aber nicht nur für Biker interessant, sagt Rauber. Das gesamte Areal habe durch den Bau der Sportanlage mehr Attraktivität erhalten: «Bei schönem Wetter lockt die Anlage an Wochenenden viele Menschen an. Dabei nutzen die Leute auch die gleich nebenan liegende Feuerstelle und den Fussballplatz rege.» Auch den Pumptrack nutzten Kinder und Familien, gefährlich werde es praktisch nie: «Alle nehmen Rücksicht aufeinander.»

Mehr Tempo durch Asphalt

Nun plant Rauber, die bestehende Strecke mit Asphalt auszubessern und zu vergrössern. Das Baugesuch dazu hat die Bauverwaltung ohne Einsprachen der Bevölkerung dem Gemeinderat zur Bewilligung empfohlen. Asphalt erleichtere den Unterhalt der Strecke und verbessere das Fahrverhalten, sagt Rauber: «Bei einer Asphaltstrecke müssen wir nicht regelmässig Kies auf die Erde nachschütten. Zudem greifen die Pneus besser, so erreicht man höheres Tempo mit dem Bike.»

Die Kosten für die Erneuerung betragen rund 74'000 Franken. Um dem Projekt mehr Gewicht zu verleihen und Sponsoren zu finden, hat Rauber im letzten Sommer den Verein «Birmi Pump» gegründet. Der zählt mittlerweile etwa 35 Mitglieder, darunter viele Familien. Mehrheitlich Birmenstorfer seien vertreten: «Mit dem Verein traten wir vor den Gemeinderat, der die geplante Erneuerung mit 25'000 Franken unterstützt.»

Mit «Birmi Pump» versucht Rauber nun, die fehlenden rund 50'000 Franken von Privatpersonen, Firmen und Stiftungen zu sammeln. Die Lotteriegesellschaft Swisslos und die Raiffeisen-Bank Lägern-Baregg sind im Gespräch, das Vorhaben zu unterstützen, das von Beginn weg auch von der Jugendanimation Birmenstorf stark getragen wurde.
Hinter dem Projekt steht auch Vizeammann Cordula Zangger: «Das Beispiel zeigt, dass Jugendliche mit Durchhaltevermögen grössere Projekte realisieren können.» Die Erneuerung ist im Sommer geplant.