Baden
Quarantäne im Altersheim: Bis Mittwoch gilt «Stufe Rot»

Im Alterszentrum Kehl sind 33 Personen am Norovirus erkrankt. Das Haus steht unter Quarantäne. Der stationäre Pflegebereich bleibt bis Mittwoch auf Stufe Rot. Die Isolation macht den Bewohnern zu schaffen. Jedoch gibt es keine neue Ansteckungen.

Sabina Galbiati
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Bis Freitag ist auf der stationären Pflege im Alterszentrum Kehl noch niemand willkommen.

Bis Freitag ist auf der stationären Pflege im Alterszentrum Kehl noch niemand willkommen.

Aargauer Zeitung

Im Alterszentrum Kehl grassiert das Norovirus: Bisher haben sich 23 der 120 Bewohner und 11 Angestellte mit dem Magen-Darm-Virus angesteckt. Bereits am Mittwoch hatte die Kehl-Führung Stufe Orange des Pandemiekonzepts verhängt. Das ist die zweithöchste Stufe.

Seit Donnerstagmorgen gilt die höchste Stufe Rot. Für die stationäre Pflege bleibt diese bis Mittwoch bestehen. Das bedeutet: Das ganze Haus steht unter Quarantäne. Bewohner und Personal tragen Schutzmasken, sobald sie miteinander Kontakt haben.

Wer einen Raum verlässt oder betritt, reinigt seine Hände mit Desinfektionsmittel. Zudem wird das ganze Haus mehrmals pro Woche mit starken Desinfektionsmitteln gereinigt.

Alterswohnungen auf Orange

Besser sieht es für die Bewohner der Alterswohnungen aus. Da es während 72 Stunden dort keine neuen Verdachtsfälle gab, setzte die Kehl-Leitung die Stufe gestern Morgen wieder auf Orange. «Wir sind vorsichtig optimistisch», sagt Geschäftsleiter des Kehls, Eduardo Forgas, auf Anfrage der az. Die Verdachtsfälle seien insgesamt stark zurückgegangen.

Das heisst, es gibt keine neu bestätigten Erkrankungen. Doch man müsse extrem vorsichtig bleiben, sagt Forgas. «Auch die Erkrankten sind inzwischen symptomfrei», sagt er. Den Bewohnern mache weniger der Magen-Darm-Virus zu schaffen als vielmehr die Isolation. «Sie bekommen keinen Besuch und deshalb kommt schnell ein Gefühl von Einsamkeit auf», erklärt Forgas.

Weiter konnte gestern Morgen die Urlaubssperre des Personals wieder aufgehoben werden. Sie war ebenfalls am Mittwoch verhängt worden. «Es ist Ferienzeit und das macht eine solche Epidemie besonders schnell dramatisch, weil weniger Personal eingesetzt werden kann», sagt Forgas.

Er hofft, dass das gesamte Alterszentrum bis Freitag auf Stufe Gelb gesetzt werden kann. Das heisst: Besucher sind wieder erlaubt und Schutzmasken müssen keine mehr getragen werden. Bewohner, Personal und Besucher müssen sich aber weiterhin die Hände mit Desinfektionsmittel waschen, wenn sie einen Raum verlassen oder betreten.

«Wir werden in den kommenden Wochen das gesamte Haus vom Keller bis zum Dach zwei Mal pro Woche mit Mitteln reinigen, die das Norovirus abtöten», sagt Forgas weiter.

Verständnis und Unterstützung

Erst Ende letzten Jahres war das Altersheim Fislisbach von einer Norovirus-Epidemie betroffen. «Sie haben uns sofort mit geeignetem Material, Tipps und Erfahrungen unterstützt», sagt Forgas. Die Zusammenarbeit unter den Pflegeheimen der Region funktioniere sehr gut. Zudem seien die Angehörigen der Bewohner verständnisvoll, sagt er. «Sie machen sich grosse Sorgen und sind dankbar, dass wir sie jeden Tag über den Verlauf der Epidemie und den Zustand der Bewohner informieren.»