Ennetbaden nimmt wieder einmal Anlauf für einen Quartierladen im eigenen Dorf. Gemeindeammann Pius Graf bestätigt entsprechende Gerüchte: «Der Wunsch nach einem eigenen Dorf- und Quartierladen wird immer wieder an uns herangetragen.» So habe die Gemeinde auch immer wieder versucht, einen Grossverteiler nach Ennetbaden zu locken – bisher vergeblich.

«Grosseinkäufe werden nicht in Ennetbaden getätigt. Vielmehr brauchen die Bewohner einen Laden, wo sie schnell noch das Nötigste finden und doch muss diese Ware Topqualität haben.» Vor diesem Hintergrund hätten alle Grossverteiler dankend abgewinkt, so Graf.

Heute deckt nur gerade der Milch-Express diese Lücke ab. Doch nun taucht plötzlich die Idee eines durch eine Genossenschaft getragenen Quartierladens auf. Graf wird konkret. Die Betreiber des «Chrättli» auf der Badener Allmend seien auf die Gemeinde zugekommen mit der Idee, ennet der Limmat ebenfalls ein solches Geschäft zu betreiben.

«Das wäre in der Tat eine Option», bestätigt Graf. Denn für die Gemeinde sei immer klar gewesen, nicht selber einen Laden zu betreiben. «Sollte aber basierend auf einer Genossenschaft ein Quartierladen hier Fuss fassen, könnte die Gemeinde der Genossenschaft bei der Infrastruktur entgegenkommen», sagt Graf.

«Chrättli»-Betreiber Timucin Demir bestätigt das Interesse an einem Ennetbadener Laden und auch, dass mit der Gemeinde bereits erste Gespräche stattgefunden hätten. Zusammen mit Jan Sobhani betreibt er den Quartierladen auf der Allmend seit diesem Sommer. «Es läuft sehr gut», zieht Demir eine positive Zwischenbilanz.

So positiv, dass er und sein Geschäftspartner überzeugt sind, dass die Nachfrage nach einem Quartierladen – hier werden vor allem regionale Produkte angeboten – auch in Ennetbaden gegeben ist. «Wir werden nun zusammen mit dem Gemeinderat Möglichkeiten anschauen und dann entscheiden, ob wir einen solchen Laden realisieren», so Demir.

Commitment abholen

Laut Pius Graf gäbe es verschiedene Optionen, wo ein solcher Laden stehen könnte. «Eine Möglichkeit wäre das alte Feuerwehrmagazin, das nur noch teilweise genutzt wird.» Die zentrale Lage wäre ideal, ist Graf überzeugt. Wobei: «Sollte dort dereinst wirklich ein Laden entstehen, würde das eine Umzonung voraussetzen.» Eine solche könnte man im Rahmen der zurzeit laufenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung realisieren.

Man werde im Rahmen der weiteren Planung sicher auch die Meinung der Bevölkerung abholen. Denn entscheidend ist für Pius Graf: «Ein solcher Quartierladen macht nur Sinn, wenn wir vorher das Commitment der Bevölkerung für einen solchen Laden erhalten.»