Kommentar

Radquer-Spektakel darf nicht verschwinden

Rund 4000 Zuschauer verfolgten im Herbst 2012 auf der Baldegg die Fahrten der Radquer-Profis (Archivbild).

Rund 4000 Zuschauer verfolgten im Herbst 2012 auf der Baldegg die Fahrten der Radquer-Profis (Archivbild).

Die Zukunft des Badener Radquerrennens ist ungewiss, weil es über eine geschützte Wiese führt. Das bringt die rot-grüne Stadtregierung ins Dilemma.

Der Leistungssport hat es in der Kulturstadt Baden nicht leicht. Die Unterstützung durch die Politik hält sich in Grenzen. Das zeigte sich einmal mehr diesen Herbst, als das Stadtparlament beschloss, auf dem Burghalden-Areal statt einer Dreifachturnhalle nur eine Doppelhalle zu bauen. Auch hochkarätige Sportanlässe finden keine statt – mit einer Ausnahme: Seit drei Jahren wird auf der Baldegg das «Süpercross» durchgeführt, das inzwischen zu den wichtigsten Radquerrennen der Schweiz zählt. Die technisch anspruchsvolle Strecke lockt die weltbesten Fahrer und Tausende Zuschauer auf den Badener Hausberg.

Die erneute Bewilligung des Rennens steht nun aber auf der Kippe: Die Stadtökologie fordert, die Strecke dürfe nicht mehr wie bisher über eine geschützte Wiese führen. Die Organisatoren kommen um die Magerwiese aber nicht herum, wenn das Rennen den internationalen Richtlinien entsprechen soll. Zwar besteht noch eine kleine Hoffnung auf einen Kompromiss; doch viel wahrscheinlicher ist, dass der Stadtrat, der bei der Bewilligung das letzte Wort hat, bald eine Interessenabwägung vornehmen muss: Soll er die Interessen des Naturschutzes oder des Sports höher gewichten?

Eine gewisse Brisanz bringt dieser Entscheid mit sich, weil er die mehrheitlich links-grüne Badener Stadtregierung in ein Dilemma bringt. Eine Bewilligung des Rennens könnte grüne Wähler, ein Rennverbot hingegen die Sportfans in der Stadt vor den Kopf stossen. Es wäre bedauerlich, müsste der wichtigste Sportevent Badens verschwinden.

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