Spiel und Spass

Rätsel um die Spanisch-Brötli-Bahn: Der etwas andere Escape Room eröffnet in Baden

Die vier ehemaligen Freiämter Rebecca Zettler, Jonathan Geiger, Céderic WInkler und Nicole Meier (von links) eröffnen am 22. Oktober an der Bahnhofstrasse 42 in Baden den Escape Room "Beutezug 1847".

Vier ehemalige Freiämter bauen Escape-Room Time Maze in Baden

Die vier ehemaligen Freiämter Rebecca Zettler, Jonathan Geiger, Céderic WInkler und Nicole Meier (von links) eröffnen am 22. Oktober an der Bahnhofstrasse 42 in Baden den Escape Room "Beutezug 1847".

Vier junge Freiämter eröffnen am Freitag Badens ersten Live Escape Room, den «Beutezug 1847». Die Macher wollen die Besucher in die Anfangszeit der Spanisch-Brötli-Bahn zurückversetzen – und sich von anderen Escape Rooms unterscheiden.

Wir schreiben den 10. November 1847. Seit drei Monaten fährt sie, die Spanisch-Brötli-Bahn, und chauffiert Tausende Passagiere von Baden nach Zürich und zurück. Darunter etwa auch Schmuggler? Der Nachtwächter schweigt und dreht seine Laterne weg. Er verrät nichts. Denn den Rest der Geschichte müssen die Gäste selber herausfinden – und dafür haben sie genau 60 Minuten Zeit.

So beginnt sie, die spannende Geschichte hinter dem ersten Live Escape Room der Stadt Baden. Bei solchen Spielen lassen sich normalerweise Leute einsperren, um innert einer Stunde alle Rätsel zu lösen, die ihnen den Weg nach draussen öffnen. «Bei uns ist das etwas anders», erklärt die in Wohlen aufgewachsene Einkäuferin Rebecca Zettler (28), einer der vier Köpfe hinter Time Maze, der jungen Firma, die am Freitag ihren «Beutezug 1847» eröffnet. «Uns war wichtig, dass der Raum zur Stadt passt, aber auch, dass die Besucher eine Geschichte als Hintergrund haben, in der sie sich bewegen.» Die meisten Escape-Räume handeln von Ausbrüchen aus Gefängnissen, Labors und Bombenbunkern oder drehen sich um Sherlock Holmes – das kann das Team, das weit über 50 solcher Räume auf der ganzen Welt selbst gespielt hat, aus Erfahrung sagen. «Wir wollten etwas Eigenes bauen, bei dem die Besucher sich wirklich in der Zeit zurückversetzt fühlen und auch noch etwas über die Vergangenheit lernen können.» So war schnell klar, dass ihr erstes Thema die Spanisch-Brötli-Bahn sein soll.

Handarbeit ist sonst selten

Doch wie kommen vier Freiämter dazu, den Badenern ein Stück Stadtgeschichte näherbringen zu wollen? Architekt Jonathan Geiger (28) ist in Muri und Besenbüren aufgewachsen, wohnt aber heute in der Bäderstadt: «Die Stadt ist super. Sie bietet so viel an Kultur und Geschichte. Nur einen Live Escape Room hatte sie nicht. Da fanden wir, bietet sich das perfekt an», erklärt er. Anfang Jahr hat das Team mit dem Ideensammeln begonnen, im Mai dann mit den Bauarbeiten an der Bahnhofstrasse 42. Das Spezielle an Time Maze: Die Vier machen sämtliche Arbeiten selber, und das, obwohl niemand von ihnen Handwerker ist. «Verschiedene Freunde haben uns immer wieder geholfen, ohne sie hätten wir das nie geschafft», fügt der in Muri aufgewachsene Cédéric Winkler (29) an. Er ist Techniker für Augenlasergeräte und sehr stolz auf den Raum: «Wir haben uns nicht nur die Geschichte und sämtliche Rätsel ausgedacht, sondern Wände gebaut, Böden gelegt, die Elektronik eingezogen, tapeziert, die Website erstellt… Halt einfach alles. Vieles davon haben wir noch nie zuvor gemacht. Ein sehr gutes Gefühl.»

Diese Handarbeit zeichnet Time Maze speziell aus. «Wenn wir anderen Escape-Room-Anbietern von unserem Raum erzählen, fragen sie oft, wo wir ihn gekauft haben», sagt die ebenfalls aus Wohlen stammende Nicole Meier (27), Produktmanagerin Foto/Video. «Man kann solche Räume fixfertig kaufen und einbauen lassen. Darum gibt es einzelne Räume in der Schweiz sogar doppelt. Das wollten wir auf keinen Fall. Denn in allen Räumen, die wir gespielt haben, fanden wir Verbesserungspotenzial. Wir haben uns von den Rätseln inspirieren lassen, sie aber unseren Ideen angepasst.»

Feuerwehr darf gratis spielen

Mittlerweile ist der Raum in Baden bereits gut bekannt, und das, obwohl er erst am Freitag eröffnet: «Wir haben mit dem Hausmeister extra getestet, ob eine Nebelmaschine den Feueralarm auslösen könnte – das war nicht der Fall», erinnert sich Jonathan Geiger. «Dass aber der Staub beim Fräsen das schafft, merkten wir erst, als die Feuerwehr eines Abends in der Tür stand.» Cédéric Winkler fügt lachend hinzu: «Es hat uns sehr leid getan, dass sie wegen uns ausrücken mussten. Darum laden wir die Badener Feuerwehr zu einem Gratis-Spiel in unserem Beutezug ein.»

Nun wollen die vier, die alle 100-Prozent-Jobs neben Time Maze haben, sehen, wie der Raum ankommt. Ideen für einen zweiten Raum im selben Gebäude sind aber schon jede Menge vorhanden.

Mehr Infos zum «Beutezug 1847» von Time Maze in Baden unter www.timemaze.ch

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