Der Badener Theaterplatz bleibt ein Sorgenkind der Stadt. 2007 wurde der neugestaltete Platz festlich eingeweiht. Viele Badener waren schon damals enttäuscht, dass es statt der versprochenen «grünen Oase» in der Innenstadt nur einen weiteren Kiesplatz gab. Jetzt muss der Platz schon bald wieder saniert werden.

Doch damit nicht genug: In der Antwort des Stadtrates auf ein Postulat von Einwohnerrat Olivier Funk (Team) zur besseren Möblierung des Platzes heisst es: «Nach zehn Jahren intensiver Nutzung haben Abklärungen ergeben, dass der Belag seine Lebensdauer erreicht hat und ersetzt werden muss.»

Auch der Baumbestand habe stark gelitten. In einem Gutachten schreibt ein Baumsachverständiger: «Es muss davon ausgegangen werden, dass das Wachstum der Bäume weiterhin stagnieren wird, einzelne Bäume dürften absterben.»

Die 44 Winterlinden, die hier 2007 gepflanzt wurden, hätten nie richtig wachsen können. Es sei sinnvoller, «neue Bäume in gut vorbereitete Pflanzgruben zu pflanzen.»

«Ein grüner Stadtplatz»

Ein kurzer Rückblick: Hier, wo einst das Badener Schützenhaus mit einem Theatersaal und später das erste Stadttheater standen, war während Jahrzehnten ein trostloser Parkplatz an bester innerstädtischer Lage. 1993 votierten die Stimmbürger dafür, die Autos in den Untergrund zu verlegen und den Platz zu begrünen.

2004 stimmten sie dann dem Baukredit über 5,1 Millionen Franken für den Neubau des Parkhauses und die Platzgestaltung zu. In einer Mitteilung der Stadt hiess es damals: «Es entsteht ein grüner Quartier- und Stadtplatz mitten in der Stadt, ein grosszügiger und offener, attraktiver und vielseitig nutzbarer Platz für die ganze Bevölkerung.» Durch eine Baumallee und lockere Baumgruppen erhalte der Platz einen neuen Charakter.

Das alles ist nur teilweise gelungen. Der Platz wirkt oft grau und trist, bei Regen bilden sich Pfützen. Dies, weil Lieferanten und Baustellenfahrzeuge den Platz befahren und er für alle möglichen Veranstaltungen herhalten muss.

Bei Sonnenschein gibt es dagegen oft zu wenig Sitzgelegenheiten. Zur Baumallee heisst es im Gutachten: «Der Platz mit seiner starken Rückstrahlung ist für die Winterlinde schlecht geeignet.» Andere Arten würden sich hier wohler fühlen, zum Beispiel die Echte Mehlbeere, die Flaumeiche oder eine Platanenart.

War es eine Fehlplanung?

Entworfen wurde der Theaterplatz vom Zürcher Landschaftsarchitekturbüro Vogt. Es ist eines der renommiertesten der Schweiz, mit Niederlassungen in London und Berlin. Aber muss man angesichts der gravierenden Probleme nicht von einer Fehlplanung sprechen?

Stadtammann Markus Schneider (CVP) sagte letzte Woche in einer Pressekonferenz dazu: «Fehlplanung würde ich nicht sagen. Aber der Platz hat nie das gebracht, was man sich von ihm erhofft hat.» Er sei auch nicht erfreut über den Zustand des Theaterplatzes.

Die Badener hätten dem Baukredit zugestimmt, weil sie überzeugt waren, dass es etwas Gutes gäbe. Manchmal merke man erst, wenn etwas im Betrieb ist, dass es nicht so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat.

Es spiele aber auch eine Rolle, was rund um den Platz gebaut wurde, sagt Schneider. Mit dem «Piazza» gebe es nur ein Restaurant. «Wenn es mehr davon geben würde, hätte der Platz ein ganz anderes Ambiente», ist Schneider überzeugt. Und: «Ich glaube, es hat niemand Freude daran, wie der Theaterplatz heute aussieht.»

Wann der Platz tatsächlich saniert wird und wie viel das kostet, ist noch unklar. Immerhin: Dem Ansinnen von Olivier Funk, den Platz besser zu möblieren und mit mobilen «Begrünungselementen» zu versehen, steht der Stadtrat wohlwollend gegenüber. Als Sofortmassnahme werden vom Frühling bis zum Herbst versuchsweise Festbankgarnituren und 20 Klappstühle auf dem Platz aufgestellt.

Auf die Frage, warum man jetzt nicht endlich die versprochene grüne Oase schaffe, sagt Schneider, man könne erst mit der Neugestaltung des Brown-Boveri-Platzes im ABB-Areal den Theaterplatz von manchen Nutzungen befreien.

Dann könne man auch ein neues Projekt für die Gestaltung des Theaterplatzes ausarbeiten. Das brauche allerdings Zeit. Die Realisierung des Brown-Boveri-Platzes ist im städtischen Finanzplan für 2021 vorgesehen.