Moto-Club Baden
Rasantes Hobby auf zwei Rädern – seit 50 Jahren

Die Fahrer des Moto-Clubs Baden reisen mehrmals im Jahr mit dem Motorrad durch Europa. Vor kurzem wurde das 50-jährige Bestehen des Vereins gefeiert.

Frederic Härri
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Andere Mode, andere Motorräder: Der Moto-Club Baden auf einer Tour am Gardasee Ende der 1960er-Jahre.

Andere Mode, andere Motorräder: Der Moto-Club Baden auf einer Tour am Gardasee Ende der 1960er-Jahre.

Röhrende Motoren, Benzingeruch und Höchstgeschwindigkeit auf zwei Rädern: Das ist die Leidenschaft der Mitglieder des Moto-Clubs Baden. Und das nicht erst seit gestern, denn der Verein wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Ende Oktober wurde das halbe Jahrhundert mit Musik und Bildern aus der Vereinshistorie gefeiert.

Der Moto-Club besteht aus begeisterten Töfffahrerinnen und Töfffahrern aus dem Raum Baden. «Wir sind 42 Aktiv- und 60 Passivmitglieder im Verein», sagt William Zimmermann, der in Ehrendingen wohnt. Zimmermann ist in den 70er-Jahren durch Freunde zum Verein gekommen. Er waltet seit 1995 als Präsident des Moto-Clubs. Zweck des Vereins sei es, dem gemeinsamen Hobby des Motorrad-Fahrens nachzugehen und nebenbei die Geselligkeit zu fördern. «Jeder fährt mit seinem eigenen Töff und mit dem Modell, das am besten zu ihm passt», sagt Zimmermann. Die Bandbreite reicht von der Harley Davidson bis zum windschnittigen Yamaha-Motorrad. In den Anfangsjahren waren auch professionelle Rennfahrer im Verein aktiv. Wie Zimmermann erklärt, musste man damals in einem Motorrad-Club Mitglied sein, um eine Rennlizenz zu erhalten. «Wir anderen, die nicht professionell gefahren sind, haben die Piloten an die Rennen begleitet», sagt der 64-Jährige. Einer der bekanntesten GP-Fahrer war Werner Giger, der 1974 bei einem Rennen in Finnland tödlich verunglückte und bis heute auf dem Club-Logo verewigt ist.

Heutzutage sind im Verein zwar keine aktiven Rennfahrer mehr vertreten und gefahren wird lediglich hobbymässig. Die Touren sind aber keineswegs nur auf die Schweiz beschränkt. «Wir machen Ausflüge in ganz Europa», sagt Peter Schmid. Der 71-jährige Wettinger ist Aktuar des Moto-Clubs, organisiert die Touren und Übernachtungsmöglichkeiten. Zwischen April und Oktober dieses Jahres war der Verein bereits auf zwölf Ausflügen, unter anderem in Vorarlberg, am Staffelsee sowie während sieben Tagen in den Ardennen. Bei den Touren würden jeweils rund 20 Vereinsmitglieder mitfahren, gefahren werde in Gruppen von 3 bis 4 Personen, sagt Schmid. «William und ich sind fast immer dabei, wir gehören sozusagen zum harten Kern.»

Fehlender Nachwuchs

Mit dem Motorrad an einem verlängerten Wochenende nach Italien, Spanien oder Portugal fahren und mehrmals im Jahr im Hotel übernachten: Töfffahren ist ein zeitintensives Hobby. Zeit, die nicht jeder Berufstätige aufwenden kann. «Eine Freizeitaktivität darf für junge Leute neben allen Verpflichtungen nur wenig Zeit beanspruchen», sagt Schmid. Dies sei ein möglicher Grund, wieso es dem Verein an Nachwuchs fehle, wie die beiden Rentner bedauern. «Wir sind leider ein etwas überalterter Verein.» Die Töffliebhaber hoffen dennoch, dass sich in naher Zukunft auch jüngere Motorrad-Fans für den Moto-Club begeistern können. «Interessierte sind jederzeit willkommen», sagt Zimmermann. Für eine aktive Mitgliedschaft muss ein Jahresbeitrag von 80 Franken gezahlt werden, an den Touren dürfen aber auch Nichtmitglieder teilnehmen.