Wettingen
«Raum der Stille»: Ein neuer Ort der Geborgenheit

Der «Raum der Stille» ersetzt die 50-jährige Kapelle beim Alterszentrum St. Bernhard. Grund dafür ist der Umbau der Kapelle zu einem multifunktionalen Zimmer. Der «Raum der Stille» soll ein Ort der Ruhe sein und den Menschen kraft schenken.

Florian Zimmermann
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Auch die Mariastatue hat ihren Platz im neuen «Raum der Stille» gefunden. Mathias Marx

Auch die Mariastatue hat ihren Platz im neuen «Raum der Stille» gefunden. Mathias Marx

Aargauer Zeitung,

«Es soll ein Ort der Ruhe sein und den Menschen Kraft geben», sagte Urs Imhof, Vizepräsident des Verwaltungsrates des Alterszentrums St. Bernhard. Im Alterszentrum wurde ein «Raum der Stille» eingerichtet und am Dienstag eröffnet. Rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner waren bei der Einweihung dabei.

«Uns war sehr wichtig, dass sich die Menschen in einen Raum zurück ziehen können», sagt Imhof. Der Raum wurde mit warmen Farben gestrichen und lädt zum Verweilen ein. Die Frontwand wurde durch den Wettinger Künstler Benno Zehnder bemalt.

Bernadette Flükiger, Geschäftsführerin des Alterszentrums, ist mit dem Projekt zufrieden: «Wir erhielten von vielen Bewohnern ein positives Echo.»

Auch Frieda Ernst, Bewohnerin des Alterszentrums, schätzt das Ergebnis: «Der neue Raum ist sehr schön geworden und gefällt mir sehr.» Seit zehn Jahren lebt die bald 90-Jährige im Altersheim St. Bernhard.

Der «Raum der Stille» dient als Ersatz für die Kapelle, die bis Mitte Juni zu einem multifunktionalen Zimmer umgebaut wird. Bisher hatte das Alterszentrum keinen Platz für Schulungen oder Infoveranstaltungen. Durch den Umbau der Kapelle, die neben dem Alterszentrum steht, wird sich dies nun ändern.

«Der Verlust der Kapelle macht mich sehr traurig», sagt Frieda Ernst. Sie war eine der wenigen Bewohnerinnen, die den Ort regelmässig aufsuchte. Rund fünf Mal pro Tag sei sie in die Kapelle gegangen, um die Hand der Mariastatue zu halten.

«Es gibt leider keine Reorganisation, ohne gewisse Veränderungen», sagt Flükiger. «Uns ist bewusst, dass einige um die Kapelle trauern», sagt Imhof.

«Der Umbau der Kapelle sei würdevoll vorgenommen worden», sagt Flükiger. Die Kapelle sei vor dem Umbau vom Bischofsvikar Christoph Sterkman entweiht und die zwei bemalten Glasfenster ins Archiv der katholischen Kirche gebracht worden.

Der «Raum der Stille» soll einen würdigen Ersatz für die Kapelle bieten, sagt Flükiger. «Ich wünsche mir, dass sich an diesem Ort alle Besucher geborgen fühlen, wie vorher in der Kapelle.»

Der Raum sei Tag und Nacht geöffnet und für keine bestimmte Religion vorgesehen. Die Mariastatue wurde in den «Raum der Stille» überführt. So kann auch Frieda Ernst sie weiterhin besuchen.

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