Oberrohrdorf
Raum für Café und Verkaufsflächen? Detailhändler hat Pläne auf der Bänkli-Wiese

Gesamtrevision der Nutzungsplanung legt neu eine Gestaltungsplanpflicht für das unbebaute Gebiet im Zentrum fest. Derzeit wird ein Richtprojekt ausgearbeitet, das auch Verkaufsflächen und ein Café vorsieht.

Carla Stampfli
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Die Schoop Architekten AG entwickelt derzeit ein Richtprojekt für eine Überbauung auf der «Bänkli-Wiese»

Die Schoop Architekten AG entwickelt derzeit ein Richtprojekt für eine Überbauung auf der «Bänkli-Wiese»

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Gut 17 Jahre hat die Nutzungsplanung von Oberrohrdorf auf dem Buckel. Damit hat sie nicht nur den Planungshorizont erreicht, sondern entspricht auch nicht mehr den Gegebenheiten – wurden doch in der Zwischenzeit Änderungen an Gesetzen, Verordnungen und am Kantonalen Richtplan vorgenommen. Um die Nutzungsplanung auf den aktuellen Stand zu bringen, ist eine Gesamtrevision nötig: Die Dokumente liegen derzeit im Gemeindehaus öffentlich zur Mitwirkung auf.

«Wir wollen ein attraktives Dorf, das weiterhin eine hohe Lebensqualität bietet», sagte Gemeinderätin Monika Locher (CVP) anlässlich einer Infoveranstaltung letzte Woche. Dieses Ziel soll anhand eines «massvollen Wachstums» erreicht werden.

Zentrumszone im Dorfkern

Der Kanton rechnet bis ins Jahr 2030 mit einer Bevölkerungszunahme in Oberrohrdorf um rund 725 auf 4755 Personen (+18 Prozent). «Das Wachstum wird innerhalb des Siedlungsgebiets erfolgen», sagte Christoph Haller, Projektleiter der Planar AG für Raumentwicklung. Denn: «Die Bauzonen können wir nicht mehr vergrössern.» Nun gehe es darum, mehr Wohneinheiten pro Grundstück zu generieren. Dies, weil die Ausnützungsziffern bereits hoch angesetzt und vielerorts ausgeschöpft seien. Darum könnten sie kaum nochmals erhöht werden. «Oberrohrdorf kann aber problemlos ohne Dichtestress wachsen.» Das Dorf habe genügend Potenzial, sich innerhalb des Siedlungsgebiets zu entwickeln.

Doch was sieht die Gesamtrevision vor? Die wohl wichtigste Neuerung betrifft den Dorfkern. Dort wird eine Zentrumszone geschaffen, die für künftige Entwicklungen mehr Spielraum zulässt. Die in unmittelbarer Nähe liegenden Gebiete – «Zentrum Süd» beim Restaurant Waage und die «Bänkli-Wiese» schräg vis-à-vis – dürfen neu nur überbaut werden, wenn ein rechtskräftiger Gestaltungsplan vorliegt. Damit sollen unter anderem eine hohe Qualität sowie eine gute Integration der Bauten und Freiräume in das Umfeld erzielt werden. In diesen Gebieten sind neu auch Verkaufsnutzungen mit einer Nettoladenfläche von insgesamt maximal 3000 Quadratmetern zulässig.

Für die «Bänkli-Wiese» liegen bereits konkrete Ideen auf dem Tisch: Die Badener Schoop Architekten AG ist daran, im Auftrag der Wetter Immobilien AG ein Richtprojekt für eine Überbauung zu entwickeln, das neben Wohnungen auch Verkaufsflächen eines Schweizer Detailhändlers und ein Café vorsieht. Das Richtprojekt wird als Grundlage für die Sondernutzungsplanung dienen, die Rahmenbedingungen wie etwa für die Zufahrt, die Einpassung und die Erschliessung regelt. Weitere Details könne man zu diesem Zeitpunkt aber nicht bekannt geben, sagt Architekt Emanuel Schoop.

Ein Geschoss höher erlaubt

Weiter ist geplant, dass die Wohnzone 2 (W2) südlich der Badenerstrasse im Bereich der Bushaltestelle Brüggliacher in eine Wohnzone 3 (W3) umgewandelt wird – womit statt wie bisher zwei neu drei Geschosse erlaubt sind. Nördlich davon ist eine Umzonung in eine Wohn- und Arbeitszone (WA3) mit drei Geschossen vorgesehen. Im südlichen Gebiet entlang der Hochstrasse soll künftig ebenfalls einen Stock höher gebaut werden können (W3 und WA3). Weiter ist für Quartiere an südwestorientierten Hanglagen eine Regelung vorgesehen, die den Aussichtsschutz gewährleistet.

Noch bis 23. Mai können die Dokumente eingesehen werden. Danach analysiert der Gemeinderat die Eingaben. Anschliessend wird er die Nutzungsplanung zuhanden der öffentlichen Auflage verabschieden. «Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr die Pläne den Stimmberechtigten zum Beschluss unterbreiten können», sagte Gemeinderätin Monika Locher.

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