Kurtheater Baden
Raus aus dem Weihnachtsstress mit dem Programm des Kurtheaters

Für die Festtagszeit ist ein stimmungsvolles Programm im Kurtheater Baden für alle gefragt. Dass im Dezember-Spielplan auch «Heidi» nach dem berühmten Roman von Johanna Spyri seinen Platz hat, verwundert nicht. Denn «Heidi» ist ein Evergreen.

Elisabeth Feller
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Ausschnitt aus der Choreografie «Youmakeme» mit der Helsinki Dance Company.

Ausschnitt aus der Choreografie «Youmakeme» mit der Helsinki Dance Company.

Sakari Viika/HO

Im Oktober stand Philipp Hochmair in der «Faust»-Inszenierung des Hamburger Thalia Theaters als dämonisch glitzernder Mephisto auf der Bühne des Kurtheaters. Gestern Abend gastierte er erneut in Baden, diesmal mit dem Perkussionisten Fritz Rainer: Im Gepäck hatte Hochmair diesmal Geschichten sowie Sturm-und-Drang-Balladen von Schiller. «Ein solcher Abend gehört für mich auch dazu», sagt Barbara Riecke, künstlerische Leiterin des grössten Gastspielhauses im Aargau. Wozu? Zum Festtagsprogramm. Die Bezeichnung mutet nach feierlichem Weihnachtsversprechen an.

Werfen wir also einen Blick auf das Kurtheater-Programm der kommenden Tage. Bunt mutet es beim Überfliegen an. Bunt ja, beliebig nein, stellt Barbara Riecke klar. Das kuratierte und nicht kuratierte Programm wolle sorgfältig – insbesondere im Hinblick auf die Qualität – aufeinander abgestimmt sein: «Es soll gerade in dieser speziellen Zeit abwechslungsreich und stimmungsvoll sein. Ein ‹Faust›-Gastspiel wie das eingangs erwähnte, würden wir unmittelbar vor Weihnachten sicher nicht auf den Spielplan setzen», sagt Riecke und betont, wie wichtig Gefühle sind – und das bei Kindern und Jugendlichen genauso wie bei Erwachsenen.

Ein Auge auf Familien

Als Beispiel führt die künstlerische Leiterin die Choreografie der erstmals in der Schweiz gastierenden Helsinki Dance Company an. Selbst wenn man den Programmtitel «Youmakeme» genüsslich wie eine Praline auf der Zunge zergehen lässt, offenbart sich der Inhalt nicht. Bevor man weiterrätselt, hilft einem Riecke auf die Sprünge. «Es geht in diesem dreiteiligen Abend um Liebe», sagt sie und – als ob sie die Gedanken ihres Gegenübers gelesen hätte: «Was wir zu sehen bekommen werden, ist zeitgenössischer, jedoch nicht abstrakter Tanz zu Musik etwa von Billie Holiday und Nina Simone.» Bekömmlich, vielmehr «bestens unterhaltend» soll diese Produktion für «ein breites Publikum aller Altersschichten sein».

Gelingt es, Familien für einige Stunden dem Weihnachtsstress zu entziehen und ins Theater zu locken – in der Hoffnung, dass sie auf eine emotionale Geschichte emotional reagieren? Man werde sehen, sagt Riecke: «Nach den Festtagen gehen wir über die Bücher.» Dass nach Weihnachten, gegen das Jahresende hin, auch das leichtere Genre vertreten ist – mit einer Strauss-Operette –, hat in Baden Tradition. In diesem Jahr ist «Eine Nacht in Venedig» aber nicht an Silvester zu sehen – dieser Tag gehört Publikumsliebling Jörg Schneider. Und da taucht es noch einmal auf – das schöne Wort stimmungsvoll. Das rote Bölsterli- und das Lisbeth-Sachs-Foyer sind illuminiert – stimmungsvoll. Das heisst: weder zu viel, noch zu wenig – einfach so, dass jedem Besucher warm wird ums Herz.

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