Was der Fislisbacher Gemeinderat im letzten Jahr vorausgesagt hat, liegt nun schwarz auf weiss vor: Der Ertrag aus den Einkommenssteuern ist um 894 000 Franken tiefer ausgefallen als der budgetierte Wert von 11,6 Millionen.

Das zeigt ein Blick auf den Rechnungsabschluss 2015. Die Mindereinnahmen beim Steuerertrag wirkten sich somit auch stärker auf das Gesamtergebnis aus: Die Einwohnergemeinde schliesst das vergangene Jahr mit einem Aufwandüberschuss von rund 395 100 Franken ab – 170 000 Franken mehr als erwartet.

Wurde angesichts des schlechter ausgefallenen Ergebnisses falsch budgetiert? Nein, sagt Gemeindeammann Silvio Caneri. Die monatlichen Steuerabrechnungen im 2015 hätten durchblicken lassen, dass die Erträge sinken werden. «Dass die Steuereinnahmen jedoch so massiv tiefer ausfallen, damit haben wir nicht gerechnet», sagt Caneri. Grund für die Ausfälle sind diverse Steuergesetzrevisionen durch den Kanton Aargau. Dementsprechend wurde der Steuerfuss im Budget 2016 um 8 Prozentpunkte auf 106 Prozent erhöht.

Die Rechnung von Fislisbach zeigt sich aber auch positiv: So liegen die Aktien-, Quellen- und Sondersteuern mit rund 200 000 Franken über den Erwartungen. «Das ist erfreulich», sagt Silvio Caneri. Dank diesen unvorhergesehenen Einnahmen sei der Steuerverlust weniger hoch ausgefallen. Auf der Aufwandseite präsentiert sich der Abschluss budgettreu: Mit rund 16,37 Millionen Franken wurde gerechnet, rund 16,39 Millionen gab die Gemeinde aus. «Wir haben darauf geachtet, sparsam mit den Ausgaben umzugehen. Wünschenswertes wurde gestrichen. Das ist uns gelungen», so Caneri.

Sparpotenzial ist vorhanden

Trotzdem: Was muss die Gemeinde nun tun, um ihren Finanzhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen? Bei den Ausgaben sparen sei schwierig, sagt Caneri. «Vieles sind Fixkosten, die nicht gekürzt werden können.» Abklärungen hätten zwar ergeben, dass es rund 400 000 Franken Sparpotenzial gäbe, etwa bei Beiträgen für Vereine, Bibliotheken der Nachbargemeinden, für die Gemeinderatsreise oder die Seniorenweihnacht.

Doch: «Setzen wir alle Massnahmen um, leidet die Qualität der Dorfgemeinschaft.» Das sei nicht im Sinne des Gemeinderats. Deshalb sei die Exekutive daran, die Ausgaben und die Investitionen zu überprüfen: «Wir müssen schauen, welche Ausgaben wirklich notwendig sind und welche Investitionen allenfalls auf die nächsten Jahre verschoben werden können.» Konkrete Entscheidungen seien jedoch noch keine gefallen. «Wir befinden uns in einem laufenden Prozess.» Sobald Massnahmen feststehen, werde man informieren.

Auch, ob der Steuerfuss per 2017 angehoben werden muss, klärt der Gemeinderat ab. «Es könnte sein, dass die diesjährige Erhöhung nicht die einzige bleibt», sagt Silvio Caneri. Doch eine Anhebung sei nicht das primäre Ziel. «Wir müssen mit verschiedenen Massnahmen dafür sorgen, dass Fislisbach für die Zukunft eine finanziell gesunde Basis hat.»