Gesundheitspolitik
Regierungsrat stoppt Erneuerung des Kantonsspitals Baden

Der Regierungsrat hat für die Erneuerung des Kantonsspitals Baden einen sofortigen Projektunterbruch beschlossen. Grund: Die Kosten drohen aus dem Ruder zu laufen.

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Unterbrochen

Unterbrochen

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Im März 2009 bewilligte der Grosse Rat für die Gesamterneuerung des Kantonsspitals Baden einen Planungskredit über 28,6 Millionen Franken. Eine Machbarkeitsstudie hatte die Gesamtkosten der Erneuerung auf 330 Millionen Franken veranschlagt.

Diese Zahl gilt längst nicht mehr. Die Prognosen für die Gesamterneuerung sind zwischenzeitlich auf 450 bis 500 Millionen Franken. Die höheren Kosten entstehen wegen Veränderungen bei der Energienutzung und wegen der verkürzten Bauzeit, die vom Grossen Rat gefordert wurde.

Dazu kommt, dass die Kantone Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt und Solothurn im November Bericht zur gesundheitspolitischen Versorgung veröffentlichen werden. Dieser könnte fürs Erneuerungsprojekt grössere Veränderungen bringen.

Ein Zentralspital statt zwei dezentrale?

Im Sommer 2011 wird der Grosse Rat ausserdem über ein mögliches Zentralspital entscheiden, das die Kantonsspitäler von Baden und Aarau ersetzen könnte. Solange darüber nicht entschieden ist, ist die Zukunft des Kantonsspitals Baden ungewiss.

Unklar ist noch, ob das Kantonsspital saniert oder komplett neu gebaut würde. Das Gebäude ist mittlerweile 32 Jahre alt.

SVP unterstützt Projektunterbruch

In einer ersten Stellungnahme zeigt sich die SVP Aargau mit dem beschlossenen Unterbruch zufrieden. Dadurch könnten Kosten gespart und eine zukunftsfähige Lösung erarbeitet werden.

Sie macht sich zudem für das Zentralspital stark, weil es Doppelspurigkeiten zwischen Aarau und Baden vermeiden könne und der Bau eines neuen Gebäudes wesentlich günstiger sei als die Sanierung eines bestehenden bei laufendem Betrieb. (mik)