Der Aargauer Regierungsrat hat die Beschwerde gegen den Umbau und die Erweiterung des Kurtheaters Baden abgewiesen. Die Beschwerde stammte von zwei Anwohnern des Theaters.

Der Regierungsrat hält die formellen Rügen der Beschwerdeführer für unbegründet. Bei den formellen Rügen ging es um Befangenheit von Mitgliedern des Stadtrates, Einholung der zustimmenden Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflege nur im Rahmen des Vorentscheidgesuchs, mangelhafte Profilierung des Bauvorhabens sowie fehlende Vermassung der Baugesuchspläne.

Für den Regierungsrat ist sodann unzweifelhaft, dass der Erweiterungsbau am geplanten Ort zonenkonform ist. Dass der Erweiterungsbau die bestehende Gebäudehöhe des Kurtheaters übernimmt, ist für den Regierungsrat schon aus architektonischen und ästhetischen Gründen richtig. Unbestreitbar ist auch für den Regierungsrat, dass sich der Erweiterungsbau negativ auf die Liegenschaft der beschwerdeführenden Anwohner auswirkt.

Allerdings stellt er fest, dass diese Beeinträchtigung gering ausfällt und gesundheitspolizeiliche Anforderungen davon nicht betroffen sind.

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer verträgt sich die projektierte Höhe des Erweiterungsbaus mit der Grundmassstäblichkeit des Quartiers.

In gesamthafter Abwägung der öffentlichen und privaten Interessen kommt der Regierungsrat zum Schluss, dass das Interesse am Umbau des Kurtheaters das Interesse der beschwerdeführenden Anwohner deutlich überwiegt und der Stadtrat Baden die Gebäudehöhe des Erweiterungsbaus zu Recht bewilligt hat. Sodann füge sich der Erweiterungsbau gut in die Umgebung ein.

Auch die kantonalen Fachbehörden hätten festgehalten, dass die gestellte komplexe architektonische Aufgabe von den Projektverfassern auf sehr hohem Niveau, mit hohem kulturhistorischem Verständnis gelöst worden sei. Schliesslich bestünden keine Zweifel daran, dass die Bäume entlang der Römerstrasse und der Parkstrasse  unbeschadet überstehen.

Neue Berechnung: 21 statt 43 Parkplätze

Der Regierungsrat berechnet den Parkplatzbedarf neu. Gemäss bisheriger Bau- und Nutzungsordnung betrage der Parkplatzbedarf mindestens 43 Abstellplätze, gemäss neuer, soeben in Kraft getretener Bau- und Nutzungsordnung müssten 21 Parkfelder erstellt werden.

Parkplätze, welche temporär wegen der Anlieferung zum Kurtheater nicht benützt werden können, dürften nicht angerechnet werden.

Der Regierungsrat geht deshalb davon aus, dass auf dem Baugrundstück nur 11 Parkplätze erstellt werden können. Die Theaterstiftung hat die Möglichkeit, die übrigen 10 Parkplätze auf naheliegenden Drittparzellen zu erstellen oder eine Ersatzabgabe von CHF 81'000.00 zu leisten.

Die beiden Anwohner können gegen den Entscheid des Regierungsrates eine Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben.

Erfreute Theaterstiftung

In einer Mitteilung zeigt sich die Theaterstiftung der Region Baden-Wettingen sehr erfreut. Man habe den positiven Entscheid am Gründonnerstag erhalten. Die Abweisung der Beschwerde durch den Regierungsrat sei ein Meilenstein.

Wird die Baubewilligung rechtskräftig, ist mit einer schnellen Realisation zu rechnen. Die Badener Stimmbevölkerung hat im März 2013 einen Projektierungs- und Kaukredit von brutto 34,472 Millionen für den Umbau und die Erweiterung des Kurtheaters Baden gesprochen. Die Finanzierung des Bauprojekts steht.

Zurzeit sei der Betrieb im sanierungsbedürftigen Gebäude mit der veralteten Infrastruktur sehr schwierig, wie die Theaterstiftung weiter mitteilt.

Der Einwohnerrat musste schon zweimal Kredite für Sofortmassnahmen bewilligen. Die Stiftung hofft, dass sie ihrem Publikum im Frühling 2018 ein umgebautes und erweitertes Kurtheater präsentieren kann. (pd/sha)