Region Baden
Doppelt so viele Lastwagen wie im Rest des Kantons: Jetzt wird der Schwerverkehr im Ostaargau unter die Lupe genommen

Wo beginnen die Lastwagen ihre Reise, und wo fahren sie hin? Neue Daten sollen als Basis für die weitere Strassenplanung im Raum Baden dienen.

Pirmin Kramer
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Acht von hundert Fahrzeugen im Siggenthal sind Lastwagen – mehr als auf einer durchschnittlichen Aargauer Hauptverkehrsachse.

Acht von hundert Fahrzeugen im Siggenthal sind Lastwagen – mehr als auf einer durchschnittlichen Aargauer Hauptverkehrsachse.

Alex Spichale

Rund 4 von 100 Fahrzeugen auf Aargauer Hauptverkehrsachsen sind Lastwagen. Doppelt so viele sind es jetzt schon im Unteren Aaretal und im Siggenthal. Wie viel Schwerverkehr wird den Ostaargau im Jahr 2040 belasten? Für eine Prognose wird diesen Herbst der Lastwagenverkehr genau unter die Lupe genommen, teilt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mit.

«Der Schwerverkehr belastet einige Siedlungsgebiete erheblich», heisst es. Das BVU plant darum eine Nummernschilderhebung im Ostaargau. Ausgewertet wird, woher die Lastwagen kommen und wohin sie fahren.

Das Ziel dieser Erhebungen sind verlässlichere Aussagen zur Frage, wie viel und welcher Schwerverkehr heute auf der Strasse über den Zoll in Koblenz rollt, welcher Anteil davon in der Region endet, und wie viele Lastwagen den Aargau nur zur Durchfahrt nutzen. Gleichzeitig sollen die Daten der Zollbehörden zu Transit, Import und Export sowie zum Bestimmungsort der Waren ausgewertet werden.

Grundsätzlich rechnet das Verkehrsdepartement mit einer Zunahme des Schwerverkehrs bis ins Jahr 2040 «in einem Ausmass, dass wir noch bewältigen können», wie Carlo Degelo sagt, Leiter Abteilung Verkehr.

Die Verkehrsmessungen sollen danach als Grundlage für die weitere Planung im Ostaargau dienen. Nachdem das Projekt «Oase» im Richtplan auf Stufe Zwischenergebnis belassen wurde – Hauptidee war eine Umfahrung Badens durch einen Martinsbergtunnel und den Bau einer neuen Limmatbrücke – ist der Prozess nun neu aufgegleist worden. Gemeinden und Interessengruppen werden neu besser in den Planungsprozess eingebunden. So gibt es unter anderem eine sogenannte Mobilitätskonferenz mit 200 Mitgliedern.

Am Projekt Oase war bemängelt worden, dass es Top-Down vom Kanton gesteuert worden sei, mit wenig Mitspracherecht für die betroffenen Gemeinden. Im April kam es zu einem symbolischen Handshake zwischen Eugen Frunz von der «IG Oase so Nicht» und Carlo Degelo: Das Kriegsbeil wurde begraben.

Auch der Begriff «Oase» gehört der Vergangenheit an: Im Raum Baden werden die weiteren Planungen nun unter dem Titel «Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden und Umgebung» weitergeführt. Als Basis für die Verkehrsplanung dienen die Bevölkerungs- und Beschäftigtenentwicklung im Kanton und in der Region, gemäss dem vom Grossen Rat genehmigten kantonalen Richtplan. Festgelegt worden ist der Zeitplan für die verschiedenen Gremien: Die erste Partizipationsrunde wird im Herbst 2022 stattfinden.