Region Baden
Erster Schritt zur 95'000-Einwohner-Stadt? 13 Gemeinden arbeiten in drei Bereichen neu eng zusammen

Das Projekt Modellstadt in der Region Baden trägt erste Früchte: Bei der Schulraumplanung, Flüchtlingsbetreuung und der Siedlungsentwicklung kommt es zu gemeinsamen Projekten.

Pirmin Kramer
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13 Gemeinden prüfen eine engere Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion.

13 Gemeinden prüfen eine engere Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion.

Bildquellen: Keystone/elo, Montage: sam

Die Projektverantwortlichen versuchen ein Wort wenn möglich zu vermeiden: Fusion. Klar aber ist: Das Projekt Modellstadt, an dem 13 Gemeinden im Bezirk Baden teilnehmen, könnte durchaus im Zusammenschluss zu einer Grossstadt mit 95000 Einwohnern enden.

Badens Stadtammann Markus Schneider sagte vor knapp einem Jahr (AZ vom 14. November): «Die Frage, die wir uns stellen, lautet: Gibt es Gründe, die dafür sprechen, dass eine grössere Stadt besser ist als viele einzelne Gemeinden? Das Thema wird seit Jahrzehnten diskutiert. Nun gehen wir es an.»

Vorerst lautet das Motto der 13 Gemeinden «Gemeinsam mehr erreichen», wie es in der neusten Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die Modellstadt trägt jetzt erste Früchte: Die Partnergemeinden haben entschieden, in mehreren Bereichen enger zusammenzuarbeiten.

Gemeinsame Schulraumplanung und Flüchtlingsbetreuung

Die Rede ist von einer gemeinsamen Informatik-Infrastruktur, der Modellplanung über eine gemeinsame Siedlungsentwicklung und die Koordination der Entwicklungsprognosen der Schülerzahlen sowie von Schulraumplanung und Schulbauten.

Dazu sagt Gebenstorfs Gemeindeammann Fabian Keller, der die Projektleitung zusammen mit Stadtammann Markus Schneider übernommen hat: «Es macht Sinn, dass wir die Schulraumplanung auch über die Gemeindegrenzen hinweg betrachten.» Für alle drei Themen würden in den nächsten Wochen in einem ersten Schritt entsprechende Projektaufträge entwickelt.

Ausserdem wird in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz ein «Talent-Pool» lanciert, der es Lernenden ermöglicht, im Anschluss an den Lehrabschluss in einer der 13 Modellgemeinden (oder auch in anderen Gemeinden) weiter beschäftigt zu werden. «Aktuell haben wir einen Fachkräftemangel, und wir hoffen, durch dieses Projekt die Talente in unseren Reihen halten zu können», sagt Fabian Keller. Gestartet wird auch ein Projekt für eine gemeinsame Lösung der Flüchtlingsbetreuung.

Zu den 13 Gemeinden der «Modellstadt» gehören Baden, Birmenstorf, Ehrendingen, Ennetbaden, Fislisbach, Gebenstorf, Mägenwil, Mellingen, Neuenhof, Oberrohrdorf, Obersiggenthal, Turgi und Wettingen. Die erste Projektphase zeigte, dass im Bereich «Behörden, Verwaltung und Organisation» beträchtliche Unterschiede zwischen den Gemeinden bestehen. Es werde eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Ziel kostengünstiger Lösungen und höherer Professionalität angestrebt.

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