Region Baden
«Imagineering»: Das Potenzial der Pensionäre trifft auf die Neugier der Kinder

Mit Workshops von pensionierten Ingenieuren will «Imagineering» den Schulkindern die Welt der Technik näher bringen. Das Projekt, das seinen Ursprung in England hat, feiert im April sein 10-jähriges Jubiläum in der Schweiz.

Andreas Fretz
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«Imagineering» nutzt das Potenzial der Pensionierten für die Techniker von morgen.

«Imagineering» nutzt das Potenzial der Pensionierten für die Techniker von morgen.

Anja Zingg

Im April 2011 trafen sich neun Jugendliche und zwei Senioren – pensionierte Ingenieure – an der Tannegg-Schule in Baden zu einem Workshop. Zum Thema Magnetismus bastelten die Schüler einen Kompass. Das Projekt Imagineering war geboren. Es soll bei Kindern und Jugendlichen Interesse und Freude an der Technik wecken und diese begreifbar machen.

Pensionierte Ingenieure führen diese Kurse ehrenamtlich durch. Die Idee stammt ursprünglich aus England und wurde vor zehn Jahren vom Badener Gerhard Schmidt aufgegriffen. In diesem Monat feiert Imagineering in der Schweiz sein 10-Jahr-Jubiläum. Schmidt arbeitete jahrelang als Ingenieur bei der ABB in Baden. Mittlerweile lebt der über 80-Jährige in Bern, ist mit dem Projekt aber noch immer eng verbunden, wie sein Nachfolger, der Ehrendinger Niklaus Eberle, sagt.

Sogar die «NZZ» hat darüber berichtet

Seit den ersten Tagen ist das Projekt stetig gewachsen. Sogar die renommierte NZZ wurde darauf aufmerksam und schrieb in einem Artikel: «In der Schweiz gibt es zu wenige Techniker und Ingenieure. Experten und Regierung wälzen das Thema, doch Besserung verspricht in erster Linie ein Engagement an der Basis.»

In den vergangenen Jahren haben dank Imagineering über 370 Kinder in der Region Baden ihre Begeisterung für die Technik entdeckt. «Weil wir an die Schulen gehen, erreichen wir auch viele Mädchen», sagt Eberle. Insgesamt nahmen an den Workshops 150 Mädchen und 220 Knaben teil. Auch das Imagineering-Team ist gewachsen und zählt 10 Mitglieder. Weitere werden gesucht.

Auch die in der Anfangszeit harzige Suche nach Sponsoren hat gefruchtet. Das Projekt kann auf die Unterstützung von ABB Schweiz, ABB Technikerschule, Bombardier Schweiz und Libs Industrielle Berufslehren Schweiz zählen.

Workshops sind auf den Lehrplan 21 abgestimmt

Imagineering wird jeweils in einem Kurs durchgeführt, der in den Unterricht integriert und auf den Lehrplan 21 abgestimmt ist. Ein Kurs besteht in der Regel aus fünf Workshops, die als Doppellektion im Wochenrhythmus durchgeführt werden. Die Kinder lernen die physikalischen Grundgesetze auf einer einfachen Ebene kennen, ausgehend von beobachtbaren Phänomenen. Sie hören von spannenden Erfindern und von industriellen Anwendungen, die auch ihren Alltag bestimmen. Und sie üben sich in handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Nach Coronapause soll es wieder weitergehen

Nach dem pandemiebedingten Unterbruch sei man am Abklären, ob die Kurse fortgesetzt werden können, sagt Eberle. Von der Schule Rohrdorferberg, wo vor einem Jahr ein Kurs abgebrochen werden musste, sei das Okay gekommen. «Wenn wir alle geimpft sind und wenn alle Maske tragen, legen wir wieder los», freut sich Eberle.