Wettingen

Regionale Verkehrsbetriebe kaufen Bus mit Hybridantrieb

Nur ein leichtes Rauschen ist zu hören, als Walter Hugentobler den Bus vom Betriebshof der RVBW fährt. Auch als er vor dem Lichtsignal abbremsen muss und dann in die Landstrasse einbiegt, scheint der Bus fast geräuschlos über den Asphalt zu rollen.

Erst als Walter Hugentobler den Bus auf über 30 km/h beschleunigt, setzt hörbar der Dieselmotor ein.

Walter Hugentobler, VR-Präsdient der RVBW, testet den neuen Hybridbus

Walter Hugentobler, VR-Präsdient der RVBW, testet den neuen Hybridbus

Erstmals hat die RVBW einen Bus mit Hybridantrieb getestet. Die Fahrt war Teil einer Verwaltungsratssitzung, bei der über die grundsätzliche Beschaffung entschieden wurde. «Wir haben der Direktion grünes Licht für Kaufverhandlungen gegeben», teilt Verwaltungsratspräsident Hugentobler mit. Mit seiner Fahrbewilligung für Cars, hat er sich persönlich am Steuer von der neuen Hybridtechnik überzeugen lassen. Der Wagen wird, voraussichtlich ab Sommer, auf der Linie 8 eingesetzt (RVBW Bushof–Neuenhof). «Mit dem neuen Fahrzeug wollen wir Erfahrungen sammeln», sagt Hugentobler. Sie werden in den Beschaffungsentscheid einfliessen, der in etwa 6 Jahren ansteht.

Ideal sind viele Haltestellen

«Von der Topografie her ist diese innerstädtische Strecke ideal für einen Hybridbus», sagt Arnold Petersen, technischer Mitarbeiter der MAN in Otelfingen. Die Haltestellen liegen kurz hintereinander, damit muss der Wagen häufig anfahren und abbremsen. Dies geschieht mit den Elektromotoren. Wenn der Bus bremst, funktionieren die Elektromotoren als Generatoren. Sie produzieren Strom, der im Ultracap gespeichert wird. Es handelt sich dabei um Kondensatoren, die schnell Leistung aufnehmen und abgeben können. «Ultracap und Leistungselektronik sind unter der Haube auf dem Fahrzeugdach untergebracht», sagt Petersen. Daran ist der Bus zu erkennen.

Chauffeure müssen in die Schule

Ein Zweiachbus kostet rund 400000 Franken. «Der Mehrpreis für ein Hybridbus liegt bei 150000 Franken», sagt Stefan Würms, Verkaufsleiter Busse der MAN. Die Lebensdauer der Ultracap liegt bei 12 Jahren. «Mit der Hybridtechnik sinkt der Energieverbrauch um rund 20 Prozent», sagt Petersen. «Damit ein Hybridbus effizient fährt, müssen die Chauffeure geschult werden.» Sie müssen weniger stark bremsen, damit die elektrische Rekuperationsbremse wirkt und beim Anfahren weniger stark aufs Gaspedal treten, damit nicht sofort der Dieselmotor anspringt. Weiter könnte das Fahrzeug auf die Strecken programmiert werden, was weitere Einsparungen bringen dürfte. In diesem Bereich ist die Entwicklung aber noch im Gange. Wie für die RVBW gilt auch für die MAN möglichst viele Erfahrungen sammeln.

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