Fislisbach
Regionales Alterszentrum soll jetzt zur Aktiengesellschaft werden

Das Alterszentrum Rohrdorferberg-Reusstal soll in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Ausser dem neuen Firmennamen «Alterszentrum am Buechberg AG» soll die Umwandlung für Bewohner keine Änderungen mit sich bringen.

Erna Lang-Jonsdottir
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Vor dem Regionalen Alterszentrum Rohrdorferberg-Reusstal: Fritz Krähenbühl (links), Präsident Gemeindeverband, Edith Saner, Vizepräsidentin, und René Roca, Vorstandsmitglied, informieren über die Rechtsformänderung.

Vor dem Regionalen Alterszentrum Rohrdorferberg-Reusstal: Fritz Krähenbühl (links), Präsident Gemeindeverband, Edith Saner, Vizepräsidentin, und René Roca, Vorstandsmitglied, informieren über die Rechtsformänderung.

Erna Lang

Heute ist das Regionale Alterszentrum Rohrdorferberg-Reusstal ein Gemeindeverband. Diese Rechtsform soll jetzt umgewandelt werden.

«Sie ist administrativ aufwendig, unflexibel und durch ihre langen Entscheidungswege und -fristen schwerfällig», sagt Edith Saner, Vizepräsidentin des Gemeindeverbandes. Nach Abklärungen diverser Rechtsformen habe sich der Vorstand für die gemeinnützige Aktiengesellschaft entschieden, erklärt Fritz Krähenbühl, Präsident.

Damit werde die öffentlich-rechtliche Institution in eine privatrechtliche umgewandelt.

Wie Saner und René Roca, Vorstandsmitglied, erklären, wird das während dreier Jahren erarbeitete Projekt an den kommenden Gemeindeversammlungen der acht Verbandsgemeinden Bellikon, Birmenstorf, Fislisbach, Künten, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Remetschwil und Stetten im Sommer zur Bewilligung vorgelegt.

Nach der Umwandlung soll die Firma «Alterszentrum am Buechberg in Fislisbach AG» heissen.

Kosten sollen nicht steigen

«Mit der Wahl dieser Rechtsform sind die Gemeinden weiterhin mit dem Alterszentrum verbunden; jedoch mit einer Haftung, die sich auf ihren Aktienanteil beschränkt», erklärt René Roca. In einer Übergangszeit von drei Jahren sollen die Gemeinden eine abgestufte Übergangsfinanzierung leisten.

Bis Ende 2016 dürfen keine Aktien veräussert werden. «Nach Ablauf dieser Sperrfrist können die Gemeinden ihre Aktien verkaufen – die Verbandsgemeinden haben jedoch das Vorkaufsrecht», erklärt Krähenbühl. Dies sei nebst der Steuerbefreiung ein Vorteil der gemeinnützigen Aktiengesellschaft.

An der ersten ordentlichen Generalversammlung soll der Verwaltungsrat gewählt werden. Bis zu dem Zeitpunkt soll der jetzige Vorstand diese Verantwortung wahrnehmen. Mit der Privatisierung soll nicht Geld verdient werden.

«Die Erträge der künftigen Gesellschaft müssen für gemeinnützige Zwecke verwenden werden. Nur ein kleiner Prozentsatz darf an die Aktionäre ausgeschüttet werden», betont Krähenbühl. Teurer soll das Alterszentrum im Übrigen auch nicht werden.

«Sollten die Kosten steigen, liegt dies an Änderungen im Pflegegesetz», sagt Saner. Für das Personal und die Bewohnerinnen und Bewohner habe diese Umwandlung keine Auswirkungen.

Unruhen 2009 waren Auslöser

Ausschlaggebend für eine Überprüfung der Rechtsform des Alterszentrums waren die Unruhen im Jahr 2009, als 30 zumeist langjährige Mitarbeitende davonliefen, weil sie den diktatorischen Führungsstil und die Demütigungen der damaligen Heimleitung nicht mehr ertrugen (az im Dezember 2009).

Ein weiterer Grund, die fast 40-jährige Rechtsform des Gemeindeverbands in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft umzuwandeln, «ist das im Jahr 2012 in Kraft getretene Pflegegesetz», betont Edith Saner.

Mit dieser Gesetzesänderung können Personen ihre Altersresidenz frei wählen. «Dies fordert heraus. Wir müssen betriebswirtschaftlich eigenständig sein und flexibel auf neue Situationen und Bedürfnisse agieren können», fügt Saner hinzu. Dies, in Zusammenarbeit mit anderen Pflegeinstitutionen.

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