Kampagne gegen Littering

Regionalpolizei kämpft an Schulen gegen Abfall-Sünder

So wie in Mellingen soll es nicht mehr aussehen. (Archiv) Walter Schwager

So wie in Mellingen soll es nicht mehr aussehen. (Archiv) Walter Schwager

Littering: Die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal verteilt vermehrt Bussen bei liegengelassenem Abfall. Auch eine Kampagne wurde gestartet, welche bereits Wirkung gezeigt hat.

«Achtloses Wegwerfen und Liegenlassen von Abfall auf öffentlichem Grund ist strafbar.» Mit diesem und weiteren Slogans fährt die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal eine Kampagne gegen Littering.

Laut Bundesamt für Umwelt kostet Littering die Schweiz jährlich 200 Millionen Franken. Vor allem an Schulen, auf Spielplätzen, an Bushaltestellen und Bahnhöfen sowie in der näheren Umgebung von Supermärkten bleibe der Abfall liegen, sagt Sarah Keller von der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal.

Die Polizei erwische aber auch immer wieder Autofahrer, die ihren Abfall einfach aus dem Fenster werfen. In letzter Zeit gehen die Polizisten bei solchen Delikten härter vor: Wo es früher nur eine Verwarnung gab, wird heute öfters mit 100 Franken gebüsst.

Kürzlich ist bei der Repol eine Anfrage von Oberstufenschulen eingegangen, die immer wieder ein Chaos auf ihren Schulhausplätzen vorfänden. Seitdem leistet Sarah Keller mit ihren Kollegen Aufklärungsarbeit an Oberstufen: «Mittels Vorträgen an Schulen möchten wir die Jungen direkt ansprechen.»

Den Schülern werden so die Folgen von Littering auf die Natur und die Tiere nähergebracht. «Besonders die Bilder von verletzten Tieren, die Müll verschluckt haben, bleiben den Schülern in den Köpfen», sagt Keller. Viele seien auch überrascht, dass es sich bei Littering überhaupt um eine Straftat handelt.

Die meisten würden ihren Abfall einfach aus Faulheit liegenlassen. Zusammen mit den Schülern werden dann auch Lösungen erarbeitet: Wo es nötig ist, könnte man zum Beispiel mehr Abfallkübel aufstellen. Dazu müsste die Gemeinde dann aber auch bereit sein.

Kampagne zeigt Wirkung

Die Kampagne komme bei Lehrern und Schülern gut an, so Keller. Aus dem Feedback der Lehrer geht hervor, dass sich die Situation auf den Schulhausplätzen verbessert habe. Die Schüler seien verantwortungsbewusster im Umgang mit Littering und würden sich selbst massregeln. Die Kampagne läuft weiter: «Das Thema Littering soll fest in der Bevölkerung verankert werden», sagt Sarah Keller, «der Schritt, eine Kampagne zu starten, ist nötig und richtig gewesen.»

Die illegale Abfallentsorgung gilt übrigens nicht als Littering. Diese wird nicht mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Anzeige an die Staatsanwaltschaft geahndet.

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