Baden
Regula und Hans Jörg Schweizer prägten das Badener Theaterleben

Fällt der Name Kurtheater, fallen auch die Namen Regula und Hans Jörg Schweizer. Sie waren dem Badener Haus eng verbunden: Sie als Präsidentin der Theatergemeinde; er als Redaktor des Theaterkuriers. Nun haben beide ihre Ämter niedergelegt.

Elisabeth Feller
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Eingang zum Kurtheater mit dem Trudel-Fries
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Das Kurtheater ist im Foyer festlich illuminiert
Blick vom Glasfoyer in den Badener Kurpark
Das Kurtheater Baden bei Nacht
Blick vom Balkon in den Zuschauerraum des Kurtheaters Baden
Kurtheater Schweizer

Eingang zum Kurtheater mit dem Trudel-Fries

Elisabeth Feller

Was verbinden Sie mit dem Kurtheater Baden? Ihre Antwort könnte so lauten: «Das Glasfoyer von Lisbeth Sachs». Oder aber so: «Regula und Hans Jörg Schweizer». Dass die beiden nicht Intendantin und Intendant des Kurtheaters sind, muss nur weit von Baden entfernt lebenden Theaterbesuchern erklärt werden. Alle anderen wissen, dass «die Schweizers »dem Haus auf bemerkenswerte Weise zugetan sind: Regula Schweizer als langjährige Präsidentin der Theatergemeinde, die während Jahren für die Spielplangestaltung zuständig war; Hans Jörg Schweizer als langjähriger Redaktor des weit über Baden hinaus strahlenden «Theaterkuriers».

Nun dürfte man nicht mehr im Präsens schreiben, denn Regula undHans Jörg Schweizer haben ihre Ämter niedergelegt. Das Wort Rückzug verbietet sich aber von selbst. Dafür ist das Ehepaar zu sehr dem Theater generell und dem Kurtheater im Besonderen verbunden. Ist das Wort Herzblut angebracht? Sicher. Regula undHans Jörg Schweizer würden es allerdings kaum in den Mund nehmen, da es nur unzulänglich das leidenschaftliche, jedoch völlig unprätentiöse, strikt die Sache in den Vordergrund stellende Engagement trifft.

Die beiden entflammen schon ganz jung für das Theater. Als Gymnasiastin sieht Regula Schweizer Schillers «Wilhelm Tell» mit Heinrich Gretler im Schauspielhaus Zürich. Hans Jörg Schweizers erste Begegnung mit dem Theater findet noch im alten Badener Holztheater statt. Der Bezirksschüler entdeckt Schillers «Die Jungfrau von Orleans» mit Margrit Winter: Die Eindrücke sind derart prägend, dass sich beide für das Badener Gastspielhaus engagieren. Ehrenamtlich. Bereden, geschweige denn zerreden wollen Regula undHans Jörg Schweizer dies aber nicht – Ehrenamtlichkeit war ihnen eine vornehme Verpflichtung. Aber man darf festhalten: Diese Form der Verantwortung gegenüber dem Theater, wie sie dieses Ehepaar verinnerlicht hat, ist singulär. Selbst wenn das Wort im Gespräch mit den beiden nie gefallen ist, scheint es auf: Demut. Ausdruck dafür ist das Bekenntnis zum Publikum. Für Regula Schweizer gab es stets eine Frage: Für wen machen wir Theater? «Nicht für uns, sondern für das Publikum.» Nun haben sich Regula undHans Jörg Schweizer von ihren Ämtern verabschiedet. Theatergänger werden sie bleiben. Schliesslich sind sie neugierig auf die vielen Vorhänge, die noch geöffnet werden.

Einen ausführlichen Beitrag über das Ehepaar Schweizer findet man in: Badener Neujahrsblätter 2013, Kinderbücher, «hier + jetzt» Verlag. 203 S., Fr. 25.–.