Rundgang

Rehaklinik Bellikon: Millionenprojekt im Schlussspurt

Ab Frühling nimmt die Rehaklinik in den neuen Räumlichkeiten ihren Betrieb auf. Der Direktor zeigt dem «Badener Tagblatt» auf einem Rundgang exklusiv den fast fertigen Neubau

Das grösste Um- und Neubauprojekt der Suva schreitet seinem Abschluss entgegen: Ende März übergibt der Totalunternehmer der Rehaklinik Bellikon das 300-Millionen-Bauprojekt, für das im Jahr 2008 die Planungsarbeiten gestartet sind. «Nach der Übergabe haben wir rund zweieinhalb Monate Zeit, um den Neubau einzurichten», sagt Klinik-Direktor Toni Scartazzini. Denn: Am Samstag, 16. Juni, findet der Tag der offenen Tür statt. «Bis dahin werden wir über 800 Räume übernehmen und die ganzen Betriebseinrichtungen zügeln müssen», sagt Scartazzini und fügt an: «Für uns wird es eine logistische Herausforderung.» Bevor das Zügeln losgeht, hat der Direktor, der im Sommer nach 24 Jahren in Pension geht, dem «Badener Tagblatt» einen exklusiven Einblick in den Neubau gewährt.

Der gebürtige Berner führt in die neue, helle Eingangshalle. Neben der Information, dem Kundenservice und der Therapiekoordination gibt es einen Kiosk sowie einen Coffee- und Loungebereich. Von hier gelangt man auch auf die 6000 Quadratmeter grosse Terrasse. «Bei schönem Wetter sieht man bis zum Pilatus, in die Berner Alpen oder bis zum Schwarzwald», sagt Scartazzini. Auf der Terrasse selber wurde ein kleiner Spielplatz eingerichtet und verschiedene Freizeitmöglichkeiten für Erwachsene. «Im Sommer werden sich zudem Patienten, Besucher und Mitarbeitende in unterschiedlich gestalteten Bereichen verpflegen können.» Terrasse und Eingangshalle werden im Frühjahr in Betrieb genommen, der Zugang zur Klinik erfolgt derzeit noch über ein Provisorium.

Diese Aussicht kann sich sehen lassen: Ein Gang auf die neue Terrasse der Rehaklinik Bellikon.

Diese Aussicht kann sich sehen lassen: Ein Gang auf die neue Terrasse der Rehaklinik Bellikon.

Nun schreitet Scartazzini in das Treppenhaus des 150 Meter langen Neubaus. «Dank den fünf Lichthöfen wird das Gebäude mit viel Licht versorgt», sagt er. Zwei der Lichthöfe, die über alle drei oberirdischen Geschosse gehen, bieten Platz für je 100 Personen. Diese würden intern für medizinische Fachtagungen, Weiterbildungskurse oder für Mitarbeitendeninformationen genutzt, führt der Klinik-Direktor aus.

20-Meter-Becken mit Hubboden

Dann erreicht Scartazzini einen weiteren Bereich des Neubaus: die «Aquazone». Es ist eine Wasserwelt, die ausserhalb der Therapiezeiten und an den Wochenenden auch von der Öffentlichkeit benutzt werden kann. «Das ist für die Bevölkerung am Rohrdorferberg sehr attraktiv.» Denn damit stehe ihr erstmals in der näheren Umgebung ein Bäder-Angebot zur Verfügung, sagt Scartazzini. In der Wasserwelt gibt es ein rund 34 Grad warmes Therapiebecken sowie ein rund 29 Grad warmes 20-Meter-Becken mit Hubboden, das auf die individuellen Bedürfnisse der Therapien eingestellt werden kann. Zudem verfügt die «Aquazone» unter anderem über eine Innen- und eine Aussensauna sowie Garderoben mit Schliessfächern. Spätestens am 1. September soll die «Aquazone» öffentlich zugänglich sein. Im gleichen Zug soll das Medical Training Center (MTC), das bisher nur Patienten der Rehaklinik Bellikon vorbehalten war, ausserhalb der Therapiezeiten ebenfalls der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Zum Abschluss führt Scartazzini hinauf in den neuen Bereich Intensive Care mit einer Intermediate-Care-Station (IMC), einer Zwischenstufe zwischen Intensiv- und Normalstation. 12 Betten wird es hier neu geben sowie 6 weitere auf der Isolationsstation.
«Nach der Rundumerneuerung werden wir unsere Betriebsabläufe und Behandlungsprozesse effizienter ausrichten können. Zudem verfügen wir über zweckmässige Infrastrukturen und Betriebseinrichtungen, die auf dem neusten Stand sind», sagt Scartazzini. Insbesondere, was die diagnostische und therapeutische Infrastruktur sowie die Spezialbereiche wie die IMC betreffe.

Neu wird die Klinik über 222 Betten verfügen und rund 80 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. «Mit dem Neubau können wir auch unseren Mitarbeitenden topmoderne und gut ausgestattete Arbeitsplätze anbieten. Das trägt sicher dazu bei, dass wir als Arbeitgeber attraktiver werden. Das ist insofern wichtig, weil es immer schwieriger wird, qualifiziertes Fachpersonal zu finden.»

Baustelle: Eine grosse Belastung

Scartazzini ist froh, dass sich die Arbeiten nach einer fast fünfjährigen Bauzeit dem Ende neigen: «Die Baustelle war für unsere Mitarbeitenden und unsere Patienten eine grosse Belastung.» Der Direktor gibt zu, dass nicht alle die Bauemissionen sowie die langen Wege ohne Wenn und Aber auf sich genommen hätten. «Aber im Grossen und Ganzen haben sich alle vom Bau Betroffenen gut mit den erschwerten Rahmenbedingungen zurechtgefunden.» Die Reklamationen hätten sich in all den Jahren in einem überblickbaren Rahmen gehalten. Nun freue man sich auf den Tag der offenen Tür, wenn man die rundum erneuerte Rehaklinik der Öffentlichkeit vorstellen könne.

Anspruchsvolle Phase steht bevor

Bis dahin gibt es für den Direktor und sein Team noch viel zu tun. Etwa müsse noch die ganze Logistik für die Betriebseinrichtungen, die IT, die Medizintechnik, die Signaletik sowie die Zügelaktionen koordiniert und organisiert werden. «Uns steht eine anspruchsvolle Phase bevor», sagt Toni Scartazzini und ergänzt mit einem Lächeln: «Doch mittlerweile sind wir zügelerprobt. Rund 20-mal sind wir in den letzten viereinhalb Jahren zwischen Bestand und Provisorien umgezogen.»

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