Bellikon
Rehaklinik: Zweite Halbzeit ist angepfiffen

Die Bauarbeiten an der Rehaklinik schreiten voran. Über 20 Umzüge gab es innerhalb der Klinik seit Beginn.

Carla Stampfli
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Ziel ist es, im Oktober 2017 den Neubau zu beziehen. Alex Spichale

Ziel ist es, im Oktober 2017 den Neubau zu beziehen. Alex Spichale

Alex Spichale

Nicht der Ausblick auf das Reusstal verschlägt einem den Atem; vielmehr ist es die gewaltige Baustelle auf der Talseite der Rehaklinik Bellikon. Während auf der einen Seite mit dem Rohbau bereits begonnen wurde, klafft auf der anderen Seite eine Grube von mehreren Metern Tiefe im Boden. Zwischen Kränen, Baggern und Baumaterial huschen Bauarbeiter hin und her – sie sichern den Hang, heben Erde aus und ziehen Betonwände hoch.

«Wir haben die zweite Halbzeit erreicht», sagt Toni Scartazzini, Direktor der Rehaklinik Bellikon, und blickt von seinem Bürosessel aus auf das Treiben. «30 Monate liegen hinter uns, 22 stehen noch bevor.» Der Zeitplan stimmt: Was sowohl den Umbau der bestehenden Gebäude als auch und den Neubau angeht. Damit der Klinikbetrieb wie gewohnt laufen kann, sind fünf Provisorien nötig. Vier befinden sich auf dem Klinikgelände, weitere Therapieräume gibt es in Baden-Dättwil. Ziel von Scartazzini ist es, im Oktober 2017 den Neubau zu beziehen und bis Ende desselben Jahres die Provisorien auf dem Areal rückzubauen.

Bis dahin haben die rund 200 Bauarbeiter jede Menge zu tun: Unter anderem müssen sie die neue Eingangshalle mit darüber liegender Intermediate-Care- und Isolationsstation bauen, ebenso die restlichen drei der insgesamt fünf Etagen des Neubaus hochziehen. In den beiden unterirdischen Etagen werden die Ambulanzzufahrt, Technikräume und Parkplätze angelegt. In den drei oberirdischen Stockwerken sind Behandlungs-, Diagnostik- und Therapieräume untergebracht sowie Bäderwelt und Turnhalle.

Teileröffnung steht bevor

«Dort entsteht das Schwimmbad», sagt Toni Scartazzini und zeigt vom Bürobalkon aus auf das rechteckige Loch in der Betonfläche. Er selber muss immer wieder staunen ob der Bauarbeiten. «Wir investieren rund 300 Millionen Franken in über 50 Monaten.» Was vor ihm täglich verbaut werde, sei wirklich gewaltig.

Obwohl er sich an den Lärm und den Baustellenwirrwarr mittlerweile gewöhnt hat, ist er froh, dass im April ein wichtiger Schritt erreicht wird: Der neue Gastronomiebereich nimmt den Betrieb auf, die orthopädische und handchirurgische Rehabilitation zügelt vom Provisorium zurück in die umgebauten Räume. «Ein grosser Schritt, der zu einer Entlastung des Betriebs führt», sagt der 62-Jährige. Was Toni Scartazzini damit meint, wird klar, als er ein paar Zahlen nennt: Weit über 20 Umzüge gab es innerhalb der Klinik seit Beginn der Bauarbeiten Anfang August 2013. Alleine in das Therapie-Provisorium mussten rund 160 Tonnen Material gezügelt werden. Die erforderliche Logistik sei sehr anspruchsvoll gewesen, sagt der Direktor. «Wir sind froh, wenn es etwas ruhiger wird.»

Wie reagieren die Patienten auf die Bauerei? Die einen seien von den Arbeiten fasziniert, für die anderen – vor allem gehbehinderte Patienten – seien die längeren Wege zu den Provisorien belastend. «Die Rückmeldungen zeigen aber im Grossen und Ganzen Verständnis für das Projekt», fügt Scartazzini an. Bauen bei laufendem Betrieb sei nun mal eine Gratwanderung: «Einerseits muss das Bauprogramm eingehalten werden, andererseits steht das Wohl der Patienten im Vordergrund.» Beides zu verbinden sei nicht einfach, Kompromisse seien nötig. So starten die Bauarbeiten fast gleichzeitig mit dem Reha-Betrieb zwischen 7 und 7.30 Uhr. Über Mittag wird nicht gearbeitet.

Mitarbeitende bei Laune halten

Die Grossbaustelle ist auch für das Personal herausfordernd. Daher sei es wichtig, die 530 Mitarbeitenden laufend über das Baugeschehen zu informieren und die Motivation aufrechtzuerhalten, sagt Toni Scartazzini. Einen Ansporn geben soll nun die bevorstehende Eröffnung des neuen Gastronomiebereichs mit Patienten- und Personalrestaurants. «Das ist ein erster Meilenstein und ein Grund zum Feiern», sagt der Direktor mit einem Lachen, während draussen ein Baukran Material in der Baugrube ablädt.

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