Seit über 60 Jahren ist die Reitanlage Gfeend in Niederrohrdorf die Heimat des Reitvereins Reusstal (RVR). Doch ausgerechnet die Anlage mit Halle und Wiesenplatz gefährdet nun dessen Zukunft. Denn: Die Infrastruktur ist veraltet und nicht mehr zweckmässig. Dressur- und Springturniere können kaum mehr gewinnbringend durchgeführt werden. «Die Zukunft des Vereins wäre ungewiss geblieben, wenn wir nicht etwas unternommen hätten», sagt Barbara Salewski, Präsidentin des RVR. In anderen Worten: Wenn der Verein nicht den Entschluss gefasst hätte, die Reitanlage zu sanieren und sie mit einem neuen Sandplatz zu ergänzen.

500 000 Franken werden in das Projekt investiert. Rund die Hälfte stammt vom Reitverein, auch der Swisslos-Sportfonds Aargau steuert ein beachtlicher Teil bei. Zudem beteiligen sich Gönner und Sponsoren am Vorhaben. Heute Mittwoch beginnen mit dem Spatenstich die Bauarbeiten zum neuen Sandplatz. Dieser kommt neben der Reithalle auf der Wiese zu stehen, die zuvor für Turniere und Trainings genutzt wurde. «Mit der Umsetzung hoffen wir, die Anzahl der jährlichen Veranstaltungen zu erhöhen», sagt Ursula Diebold, Medienverantwortliche des RVR und Mitglied der Infrastrukturgruppe, die mit der Planung des Umbaus betraut wurde. Damit will der Verein nicht nur seine Finanzen sichern: Die Anlage soll auch wieder für Zuschauer, Reiter, Neumitglieder und Sponsoren attraktiv werden – und eine Zentrumsfunktion für regionale Reitsportveranstaltungen einnehmen.

Turniere waren ein Höhepunkt

Den Grundstein des Reitvereins legten einige Pferdesportfreunde aus Holzrüti: In den 1950er-Jahren kamen sie auf die Idee, Bauernpferderennen durchzuführen – mit Erfolg. Mit der Zeit wurden die Rennen durch Springkonkurrenzen, Dressurtage und weitere pferdesportliche Veranstaltungen abgelöst. Der Verein wuchs, die Anlage im Gfeend gewann in der Region an Bedeutung. «Unsere Springkonkurrenz und Dressurtage gehörten zu den Höhepunkten in den Turnierkalendern der Amateurreiter der ganzen Region», erinnert sich das langjährige RVR-Mitglied, Ursi Senn.

Der Glanz der alten Tage soll nun wieder erstrahlen: Während der Sandplatz noch gebaut werden muss, haben die Renovierungsarbeiten an der Reitanlage bereits Mitte Februar begonnen. So wird der Boden der Halle ersetzt, die Bewässerungsanlage und die Beleuchtung ausgetauscht, kleinere Eingriffe am Dach vorgenommen sowie Küche und Sanitärinstallationen im «Riiterstübli» erneuert. Mitte April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Eingeweiht wird der Sandplatz anlässlich der Springkonkurrenz Ende August. Der Reitverein freut sich über die Inbetriebnahme: «Früher startete die Konkurrenz auf der Wiese. Doch wenn es regnete, wurde sie innert Kürze pflotschig. Für Pferd und Reiter war das sehr ungünstig», sagt Ursula Diebold. Das neue 40 auf 60 Meter grosse Feld verfügt über eine integrierte Be- und Entwässerungsanlage. «Nun können wir Turniere bei jedem Wetter auf guter Unterlage durchführen», sagt Diebold. Zudem könnten neu auch die Fahrer mit ihren Marathonwagen auf dem Sandplatz trainieren.

Der Reitverein ist guten Mutes: Mit der Umsetzung des Infrastrukturprojekts sei man für die nächsten Jahre gerüstet. «Jetzt können wir optimistisch in die Zukunft blicken», sagt Präsidentin Barbara Salewski.