Baden
Rentner als Wegweiser für Jungunternehmer

Pensionierte Manager helfen Jungunternehmern auf die Beine und stellen ihnen ihre Erfahrungen zur Verfügung.

Dieter Minder
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Beratungsgespräch mit (von links) Zeno Küng, Markus Hartmann und Afrim Paqarizi. Emanuel Freudiger

Beratungsgespräch mit (von links) Zeno Küng, Markus Hartmann und Afrim Paqarizi. Emanuel Freudiger

«Ich habe eine neue Aufgabe gesucht», sagt Markus Hartmann aus Ennetbaden. Der früher weltweit tätige Bankfachmann ist pensioniert, will aber weiterhin aktiv sein. Schliesslich kam er in Kontakt mit Adlatus (siehe Box) und jetzt wird er sich der Beratungsorganisation anschliessen.

«Bevor ich tätig werden kann, muss ich aber noch einen Kurs absolvieren.» Danach wird ihm der Regionalleiter von Adlatus die ersten Unterlagen für eine Beratung unterbreiten. Zu Hartmanns Vorbereitungen gehört auch, dass er sich für laufende Beratungen interessiert. Deshalb nahm er an einem Gespräch mit Zeno Küng teil.

Adlatus - aktiv in der ganzen Schweiz

Adlatus ist ein Netzwerk erfahrener ehemaliger Führungskräfte. Gegründet wurde die Organisation 1982 mit dem Ziel, kostengünstige Unterstützung bei strategischen und operativen Entscheiden anzubieten. «Ein Adlatusberater muss praxiserfahren, unabhängig und mit Führungskompetenz ausgestattet sein», umreisst Zeno Küng die Anforderungen . Er dürfe nicht auf die Einnahmen aus seiner Beratertätigkeit angewiesen sein. Wer diese Auflagen nicht erfülle, werde nicht in das Netzwerk aufgenommen. Die Berater sind denn auch meist pensionierte Personen. Gesamtschweizerisch sind für Adlatus rund 280 Berater tätig, in der Region Aargau Solothurn sind es 25. (DM)

Erfolgreich gestartet

Seit sieben Jahren ist Zeno Küng aus Untersiggenthal, ehemaliger Leiter der Trilux AG Dietikon und der BAG AG in Turgi, für Adlatus tätig. In dieser Funktion kam er vor anderthalb Jahren in Kontakt mit Afrim Paqarizi. «Ich erhielt die Möglichkeit, ein Geschäft zu übernehmen, brauchte dazu aber noch viele Informationen», sagt Paqarizi.

Der eidgenössisch diplomierte medizinische Masseur-Therapeut hat zuvor unter anderem im Kinderspital Zürich und im Kantonsspital Aarau gearbeitet. Heute, anderthalb Jahre später, funktioniert sein Geschäft: «Ich habe einen guten Kundenstamm und bin von den Krankenkassen anerkannt.»

Doch ohne die Beratung von Zeno Küng, in Bezug auf die Gesellschaftsform, die Finanzierung und den Kauf des Unternehmens, hätte er das nie erreicht, wie er betont: «Herr Küng hat mir auch geholfen, Werbebriefe und Flyer zu schreiben.»

Noch heute treffen sich die beiden etwa einmal pro Monat zu einem Gespräch. «Die Betreuung ist inzwischen wesentlich weniger intensiv als während der Phase der Unternehmensgründung», ergänzt Küng.

«Wichtig ist in jedem Fall ein korrekter Businessplan.» Darin müssten alle Kosten berücksichtigt werden, im Businessplan muss gezeigt werden, dass der Unternehmer erfolgreich wirtschaften kann.

«Aber nicht wir Berater machen den Businessplan, wir helfen unserem Kunden, den Businessplan selber zu verfassen.» Es gehöre zu den Prinzipien von Adlatus, dass die Kunden die Arbeit selber ausführen müssen. Küng: «Der Berater berät.»

Küng hat schon in seinem Berufsleben erlebt, dass viele Leute zu wenig genau abklären, ob ihr künftiges Geschäft rentiere oder nicht.

Eine erfolgreiche Beratung muss deshalb nicht immer in der Gründung eines Geschäftes enden: «Wenn ich sehe, dass die finanzielle Basis zu gering ist, oder die menschlichen und beruflichen Voraussetzungen fehlen, rate ich von der Gründung eines Geschäftes ab.»

Unabhängig vom Angebot eines Unternehmens gelte immer dasselbe Prinzip: Aufwand und Ertrag müssen stimmen. Nur mit entsprechendem Gewinn könne ein Unternehmen auf gesunde Basis gestellt werden.

Afrim Paqarizi, der nun seit rund anderthalb Jahren die Naturplus Gesundheitspraxis GmbH in Baden betreibt, ist zufrieden: «Unterstützt von Küng haben wir sehr gute Entscheide getroffen, das Echo der Patientinnen und Patienten ist gut.» Paqarizis Erfolg ist auch ein Erfolg für Küng.

Ein weiteres Projekt, das von Adlatus-Mitgliedern begleitet wurde, war die Reorganisation und Verlegung des Hospiz vom Reusspark/Gnadenthal nach Brugg.

Das Badener Altersheim Kehl führte ein Adlat während 6 Monaten als CEO.

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