Ennetbaden
Restaurant muss wegen Strassenausbau ums Überleben kämpfen

Die Anwohner sind nicht begeistert vom Bauprojekt an der Ehrendingerstrasse: So würde beispielsweise das Restaurant Schützenhaus die Parkplätze verlieren und müsste um die Zukunft bangen.

Dieter Minder
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Ohne Parkplätze sieht Urs Bürgisser die Zukunft des Restaurants Schützenhaus gefährdet.Dieter Minder

Ohne Parkplätze sieht Urs Bürgisser die Zukunft des Restaurants Schützenhaus gefährdet.Dieter Minder

«Das Restaurant verliert alle Parkplätze, so wird das Haus wertlos», sagt Urs Bürgisser. Ihm gehört das Restaurant Schützenhaus an der Ehrendingerstrasse in Ennetbaden. «Hier bin ich aufgewachsen, meine Eltern haben hier gewirtet.» Seit fünf Jahren führt Pächterin Monika Schürch das Restaurant. «Das Schützenhaus ist noch eine richtige Beiz», sagt Bürgisser stolz und betont: «Zu einer Beiz gehören auch Parkplätze, die meisten Gäste kommen mit dem Auto.» Mit dem geplanten Ausbau der Ehrendingerstrasse, zwischen Höhtalstrasse und Ortseingang, verliert das Restaurant seine Parkplätze. Eine Chance, die Parkplätze zu behalten besteht nicht, sie müssen auf jeden Fall weichen. Auf der Seite Grendelstrasse gibt es zwei Parkplätze in der blauen Zone. «Sie gehören der Gemeinde, also bin ich auf deren Entgegenkommen angewiesen.» Ähnlich sieht es mit den Parkplätzen am gegenüberliegenden Waldrand aus.

Lärmschutzwand statt Bäume

Die Gemeinde will das Projekt am 12. November vorstellen. Über die technischen Aspekte haben Projektleiter Bruno Bühler (Kantonales Baudepartement), Andreas Müller (Bauverwalter Ennetbaden), Pueng That (Aegerter + Bernhard AG, Basel/Lärmschutzprojekt) und Daniel Wegmüller (Ingenieurbüro KSL, Kirchdorf), die etwa 30 Grundeigentümer bereits informiert.

Im sehr steilen Terrain stehen die Wohnhäuser zwar unterhalb der Ehrendingerstrasse, aber trotzdem nur wenige Meter von dieser entfernt. Mit dem geplanten Ausbau rückt der Strassenraum rund zwei Meter näher an die Häuser. Die Reaktion der meisten Anwohner auf diese Botschaft war kritisch bis ablehnend. Sie befürchten mehr Lärm und Schmutz. Der Hang zwischen der Ehrendingerstrasse und ihren Häusern ist in den letzten Jahren zur dichten Hecke mit Bäumen gewachsen. Dieser Schutz geht verloren, weil zahlreiche Bäume gefällt werden müssen. «Wir werden am Trottoirrand eine Absturzsicherung erstellen und diese mit einer Lärmschutzwand ergänzen», sagte Bühler. Die Dimensionen sind noch nicht bekannt. Die Lärmmessungen werden im kommenden Jahr durchgeführt.

Gebaut wird ab 2014

Ob die Ehrendingerstrasse mit oder ohne Trottoir gebaut wird, auf jeden Fall muss der Kanton von den Grundeigentümern Land kaufen. Die Baukosten, für die Strasse, inklusive Trottoir und Bushaltestellen werden auf 4 Millionen Franken geschätzt. Davon muss die Gemeinde rund 2,34 Millionen übernehmen. Die anderen, an der Gemeindeversammlung (az, 26. Oktober) zu bewilligenden Beträge entfallen auf kommunale Projektteile wie Werkleitungen. Sofern es bei der weiteren Planung zu keinen grösseren Verzögerungen kommt, soll mit den Bauarbeiten im Jahre 2014 begonnen werden.

Orientierungsversammlung: 12. November, 18 Uhr, Foyer Turnhalle.

Gemeindeversammlung: 15. November, 20 Uhr, Turnhalle.