Baden/Brugg

Rettungsschwimmer messen sich in Australien

Das fünfköpfige Team der SLRG Baden-Brugg im WM-Dress: Karin Späti und Nathalie Zulauf (vorne v. l.) sowie Manuel Zöllig, Benjamin Thomé, Alwin Baumann (hinten, v. l.).

Das fünfköpfige Team der SLRG Baden-Brugg im WM-Dress: Karin Späti und Nathalie Zulauf (vorne v. l.) sowie Manuel Zöllig, Benjamin Thomé, Alwin Baumann (hinten, v. l.).

Fünf Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer der Sektion Baden-Brugg messen sich an der Klub-WM.

Die Sektion Baden-Brugg der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) gehört schweizweit zu den stärksten Klubs im Rettungssport. An den Schweizer Meisterschaften in den letzten Jahrzehnten gewannen die Athleten regelmässig Medaillen. Der Rettungssport in der Schweiz kann jedoch nicht mit jenem weltweit verglichen werden.

Auch in der Schweiz werden internationale Disziplinen geschwommen, allerdings im stillen Fluss oder See. Die Wettkämpfe im Ausland finden im Meer statt. Dieses Jahr werden die Wettkämpfe im Heimatland des Rettungssports – in Australien – durchgeführt. Nach den Weltmeisterschaften der Nationen finden die Wettkämpfe der Junioren, Masters und Klubs statt.

Den Weltrekord im Hinterkopf

In Australien, genauer in Adelaide, treffen die Baden-Brugger auf Profi-Rettungsschwimmer. «Die erste Runde zu überstehen, ist jeweils das Ziel», erklärt Teamcaptain Manuel Zöllig. Verstecken muss er sich nicht, denn 2010 und 2012 wurde er Weltmeister im «Line Throw». «Es lief wie am Schnürchen», erinnert sich Zöllig. «Im Final 2010 gewannen wir mit neuem Weltrekord». Auch in Australien wird er wieder im «Line Throw» am Start sein, gemeinsam mit Teamkollege Benjamin Thomé. Für ihn ist es die zweite WM. «Ich freue mich auf die Board-Disziplinen im Meer», sagt Thomé. Auf die rauen Wellen konnte er sich im Juni im Trainingslager in Lacanau/Frankreich vorbereiten.

Dort erlebte auch Karin Späti erstmals die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaften. Die ehemalige Schwimmerin trainierte früher mehrmals pro Woche. «Als Rettungsschwimmerin bin ich vielfältiger, die Technik und der Einsatz der Hilfsmittel sind essenziell. Geradeaus schwimmen reicht nicht.» Im Rettungssport werden Hilfsmittel wie Flossen, Tube (Boje), Puppe, Bord und Ski für den Ernstfall eingesetzt. Diese Vielfältigkeit gefällt auch Alwin Baumann. Er startet im Beach Run über zwei Kilometer und im Beach Flag: «Da kämpfe ich um das letzte Stöckchen.»

Die Weltmeisterschaften im Rettungssport dauern eine Woche und bestehen aus Pool- und Open-Water-Disziplinen. Gestartet wird Einzel und im Team. Medaillen gibt es für jede Disziplin und am Ende der Wettkämpfe werden die Einzel- und Teamdisziplinen der Herren und Damen für die Gesamtwertung der Mannschaft zusammen gerechnet. Anschliessend werden die weltweit besten Klubs ausgezeichnet. Davon träumen die Baden-Brugger Rettungsschwimmer. Für sie zählt allerdings vor allem der olympische Gedanke: Mitmachen ist alles. Denn sie arbeiten neben dem Training 100 Prozent oder doktorieren. Trainiert wird abends und am Wochenende.

Gefährliche Situation lösen

Nicht nur das eigene Training steht im Vordergrund, sondern auch die Vorbereitung der Jugendlichen. So begleitet Benjamin Thomé die Schweizer Nationalmannschaft als Trainer nach Australien. «Ein Halbfinal sollte drin liegen», meint er.

Davon träumt auch Manuel Zöllig in seiner Lieblingsdisziplin «Ski Race», in der er 2014 CISM Weltmeister (Conseil International du Sport Militaire) wurde. «Ich habe nochmals alles auf diese Disziplin gesetzt.» Ein Höhepunkt werde sicherlich der Wettkampf SERC (Simulated Emergency Response Competition), meint Nathalie Zulauf. «Innert zwei Minuten müssen wir eine gefährliche Situation mit mehreren ertrinkenden Personen im Pool sichern. Was uns erwartet, erfahren wir kurz vor dem Start.»

Für die Delegation des SLRG Baden-Brugg geht die Reise nach Australien am 22. November los. (AZ)

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