Oberrohrdorf
Riesenaufmarsch: Gmeind lehnt 6,55-Millionen-Turnhalle ab

Die Stimmberechtigten haben den Bruttokredit für das 6,55-Millionen-Projekt mit 315 Nein- zu 270 Ja-Stimmen verworfen. Das Interesse am Geschäft lockte knapp 700 Personen in die Turnhalle Hinterbächli. Der Steuerfuss wurde von 83 Prozent auf 85 Prozent erhöht.

Erna Jonsdottir
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Visualisierung: Er ist vorerst aus der Traum von einer dritten Turnhalle. So hätte das Foyer aussehen sollen.

Visualisierung: Er ist vorerst aus der Traum von einer dritten Turnhalle. So hätte das Foyer aussehen sollen.

zvg
Turnhalle Oberrohrdorf

Turnhalle Oberrohrdorf

Erna Jonsdottir

Eigentlich hätte die Gemeindeversammlung um 19.30 Uhr anfangen sollen. Der Aufmarsch der Bevölkerung war aber derart gross, dass sich eine 50 Meter lange Wartschlange vor dem Eingang der Turnhalle Hinterbächli bildete.

Kurz vor 20 Uhr war es dann soweit: 601 von 2786 Stimmberechtigten und rund 70 Besucherinnen und Besucher warteten gespannt auf das Geschäft, das die Dorfbevölkerung im Vorfeld der Versammlung in zwei Hälften gespaltet hatte: der geplante Bau einer dritten Turnhalle für 6,55 Millionen Franken.

Die langen Diskussionen der Befürworter und der Gegner unterbrach Hanno Schaerer, ehemaliger Gemeinderat und Gemeindeammann, und stellte den Antrag, zur Abstimmung zu kommen. Ammann Daniel Hug trat mit seiner Familie vor der Abstimmung in den Ausstand, weil er als unmittelbarer Nachbar der Turnhallen vom Projekt betroffen ist.

Geheime Abstimmung

Die Abstimmung erfolgte geheim. Dies auf Antrag eines Stimmbürgers, der mit 170 Ja-Stimmen gutgeheissen wurde. Nach der Zählung dann das für Daniel Hug und Monika Locher, die für das Projekt verantwortliche Gemeinderätin, überraschende Ergebnis: Mit 315 Nein- zu 270 Ja-Stimmen wurde die dritte Turnhalle abgelehnt. Hug stellte daraufhin den Antrag, das Budget mit einem Steuerfuss von 85 anstelle von 93 Prozent gutzuheissen.

Dieses Vorhaben stiess bei vielen Stimmberechtigten auf Unverständnis, worauf der Antrag gestellt wurde, das Budget mit 88 Prozent zu genehmigen. Dieser Antrag verlor jedoch mit 263 Ja-Stimmen gegen den Antrag des Gemeinderats, der mit 285 Stimmen gutgeheissen wurde. Konkret: Das Budget mit einem Steuerfuss von 85 Prozent wurde genehmigt, das sind 3 Steuerprozentpunkte mehr als zuvor.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht am Freitag im Badener Tagblatt.