Baden

Robert Gernhardts Literatur und Poesie ist zum Lachen – aber nicht nur

Grosses Gernhardt-Programm im ThiK mit dem Kabarettisten und Pianisten Thomas Rabenschlag (links) und dem Gitarristen Max Lässer.

Grosses Gernhardt-Programm im ThiK mit dem Kabarettisten und Pianisten Thomas Rabenschlag (links) und dem Gitarristen Max Lässer.

Der Kabarettist und Pianist Thomas Rabenschlag und der Musiker Max Lässer gaben im Theater im Kornhaus (ThiK) vertonte Gedichte von Robert Gernhardt zum Besten.

Dass Literatur und Poesie nicht abgehoben sein muss, beweisen die Gedichte von Robert Gernhardt. Seine satirischen Verse sind oft aufs Wesentliche reduziert, bissig, oft aber auch melancholisch und philosophisch.

Bereits seit elf Jahren tourt der Kabarettist und Pianist Thomas Rabenschlag durch den deutschen Sprachraum mit Vertonungen von Gernhardts Versen. In seinem aktuellen Programm «Arr ju launsam tuneit?» wird er vom Gitarristen Max Lässer begleitet. Nun gastierten die beiden Musiker im Thik .

Rabenschlag und Lässer schafften es, mit der Instrumentalisierung die Stimmung der Gedichte musikalisch zu übermitteln. Rabenschlags Klavierspiel war oft jazzig und klassisch. Dank Lässers Gitarrenspiel bekamen die Vertonungen einen bluesigen Anstrich oder fingen auch mal an, kräftig zu rocken.

«Verstehen Sie das?»

So bekam die Gedichtvertonung von «Sorge dich nicht, borge» durch Lässers Banjospiel einen verspielten Grundton. Ein musikalisches Highlight war der «Natur-Blues», bei dem Lässer an der Gitarre sein ganzes Können abrief: Sein Gitarrensolo liess die Zuhörer für einen Moment ganz vergessen, dass es sich bei dem Konzert nicht um ein Konzert am Bluesfestival, sondern um ein literarisches Programm handelt.

Zwischen den einzelnen Musikstücken las Rabenschlag kurze Gedichte sowie Kurzgeschichten von Gernhardt vor. Ohne Musik kam der Sprachwitz des Autors fast noch mehr zur Geltung. «Wussten Sie schon, dass Beethovens Neunte ein Fräulein Stobeier aus Grinzing war?», las Rabenschlag vor.

Gernhardt spielt mit den Erwartungen des Publikums und lässt seine Texte oft entgegen diesen verlaufen. Mit viel Augenzwinkern gab Rabenschlag die Texte zum Besten, was das Publikum mit herzlichem Lachen dankte.

Doch Gernhardt war nicht nur Satiriker, der über Alltagsprobleme philosophierte. Er schrieb auch schwieriger zugängliche Gedichte wie «Ach Erika». Dessen Grundton ist bedrohlich, was durch Rabenschlags und Lässers Spiel noch verstärkt wurde. Nach dem Lied wendet sich Rabenschlag ans Publikum: «Verstehen Sie das? Wir nicht, aber es ist trotzdem schön – Robert Gernhardt.»

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