Am Montagabend geht der Badener Wahlkampf für das frei werdende Stadtratamt von Daniela Berger (SP) in die nächste Runde: Die FDP wird an ihrer Parteiversammlung hinter verschlossenen Türen einen ihrer drei Kandidaten nominieren. Zur Wahl stehen Andrea Libardi (52), Mario Delvecchio (56) und Daniel Schneider (53).

Nach dem die Bürgerlichen sich bereits geschlossen hinter den FDP-Kandidaten gestellt haben, trafen sich vergangene Woche auch die Parteipräsidien von SP, Grüne und Team Baden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bei den Gesprächen ging es um die definitive Zusicherung, den SP-Stadtratkandidaten Jürg Caflisch (53) zu unterstützen. Hielten sich die Grünen bisher mit den Worten bedeckt, «wir müssen uns parteiintern zuerst besprechen», so ist die Unterstützung von Caflisch seitens der Grünen nun in trockenen Tüchern. «Wir sind überzeugt, dass sich Jürg Caflisch dank seiner langjährigen Erfahrung und seiner grossen Verbundenheit mit Baden als Stadtrat bestens eignet», sagt Beatrice Schilling, Präsidentin der Grünen. 

Ausserdem vertrete er grösstenteils die gleichen Positionen wie die Grünen. «Er kann als Person und Politiker dazu beitragen, dass sich Baden zu einer lebenswerten, ökologischen und sozial gerechten Stadt weiterentwickelt», sagt Schilling. SP-Co-Präsidentin Selena Rhinisperger ist mit den Gesprächen denn auch sehr zufrieden: «Die anderen Parteien konnten Jürg Caflisch fragen, welche Themen er im Stadtrat aufgreifen will und was seine Motivation ist.» 

SP-Grossrat und VCS-Präsident Jürg Caflisch sagt, worum es in der Initiative geht und, weshalb er damit keinen Wahlkampf betreibt.

SP-Grossrat und VCS-Präsident Jürg Caflisch sagt, worum es in der Initiative geht und, weshalb er damit keinen Wahlkampf betreibt.

Man habe auch den Rollenwechsel vom Legislativ- zum Exekutivpolitiker angesprochen. Das Team Baden, hat durch seine Co-Präsidentin Iva Marelli bereits Ende Juli verlauten lassen: «Das Team Baden steht hinter der Nomination von Jürg Caflisch.» Man werde aber diese Woche eine «umfassende Medienmitteilung bezüglich der Stadtratwahlen» verschicken.

Bürgerliche Tendenz der GLP

Während Team Baden und Grüne nun ihre Unterstützung offiziell machten, könnte die Unterstützung der GLP für den künftigen FDP-Stadtratkandidaten noch ins Wanken geraten. Die bürgerlichen Parteien, zu denen sich die Badener GLP zählt, hatten in einer Medienmitteilung verlauten lassen, dass sie «vorbehaltlos» hinter dem FDP-Kandidaten stehen. Gegenüber dem «Badener Tagblatt» sagte GLP-Fraktionspräsident Sander Mallien wenige Tage später, er sei nur zu zwei Dritteln zufrieden mit den Kandidaten. Die GLP wird an ihrer Versammlung vom 24. August entscheiden, «ob wir die von der FDP nominierte Person definitiv unterstützen oder doch etwas anderes beschliessen», erklärt Sander Mallien. Vorstellbar sei für ihn auch Stillschweigen zu beschliessen.

Auf die Frage, weshalb die GLP sich auf die bürgerliche Seite schlägt, erklärt er, «Im Bezug auf diesen Stadtratsitz mussten wir zuerst festlegen, ob wir eine partei- oder personenpolitische Entscheidung treffen.» In diesem Fall sei es primär eine parteipolitische gewesen. «Denn die Badener GLP politisiert liberal und in Finanz- und Planungsfragen ähnlich wie die FDP», sagt er.