Baden
Royal geht mit Vollgas in die letzte Runde

Das Kulturlokal Royal startet in seine letzte Saison – es ist das Ende einer 102-jährigen Unterhaltungsgeschichte.

Salomé Meier (Text und Foto)
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Die Kerngruppe und freiwillige Helfer bereiten das Royal auf die letzte Saison vor.

Die Kerngruppe und freiwillige Helfer bereiten das Royal auf die letzte Saison vor.

Salomé Meier

Ende Mai nächsten Jahres öffnen sich die Tore des Royals zum allerletzten Mal und bleiben dann für immer geschlossen. Ein letztes Mal ist das Royal in dieser Saison Herberge für Musiker und Musikbegeisterte, Kinematografen und Filmliebhaber, Autoren und Bücherwürmer, Unterhalter und solche, die gerne unterhalten werden. Die royale Kerngruppe hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, um eines der ehemals ältesten Kinos der Schweiz und heutige Kulturstätte Badens gebührend zu verabschieden. Ein Blick auf das Programm bestätigt: Es lohnt sich, noch ein paar Mal im Royal vorbeizuschauen. «Wir sind sozusagen unter künstlerischem Zwang: Alle Veranstaltungsgruppen wollen in dieser Saison noch ihre grossen Ideen verwirklichen.», erklärt Fränzi Biedermann von der Kerngruppe.

Der 11. September ist der sprichwörtliche Startschuss für ein letztes Mal Vollgas in Sachen kultureller Unterhaltung und wird mit «Los Explosivos» aus Mexiko und «Reverend Beatman» musikalisch eingeläutet. Neben zahlreichen Konzerten reizen auch visuelle und intellektuelle Anlässe wie etwa die bewährten Abende mit Videojukebar und Leinwanddisco oder eine Lesung mit Max Küng am 19. November. Aber auch ein neues Gefäss hält Einzug ins Royal; unter dem Titel ‹Bauzone Baden – Die Nostalgie Bar’ laden Simon Libsig und Freunde wie in alten Zeiten, als die Bar Bauzone Baden noch existierte, jeden zweiten Samstag im Monat zu Bier, Klatsch und Tratsch ein.

Dass das Royal für eine unbestimmte, aber begrenzte Zeit als Kulturlokal genutzt werden durfte, war bereits zu Beginn der Zwischennutzung 2011 allen Beteiligten bewusst. Vielleicht bot gerade dieser vergängliche Charakter des Royals den Reiz, kreativ zu werden, die Geschichte des Gebäudes in seiner aufregenden Zeit als Kino von den frühen 20ern bis in die 00er Jahre mitzunehmen. Gerade weil man sich wehren und für den Erhalt des Royals kämpfen musste. Vor allem aber war das Royal «Obdach für unsere vielen jungen, engagierten und hoch motivierten Veranstaltungsgruppen.», erklärt Fränzi Biedermann. «Das Royal war für uns ein Glücksfall. Ich weiss nicht, ob sich ein solches Lokal, so zentral und mit einem solchen Ambiente, nochmals finden lässt.»

Das Video zur Saisoneröffnung finden Sie hier.