Freigestellter Lehrer
RTL schickte wegen Sexdate-Fall sogar eine Reporterin nach Würenlos

Geschichte des Lehrers, der während des Unterrichts eine Dating-Plattform besuchte, schlug hohe Wellen – auch im Ausland. Unter anderem berichteten «stern.de» und «Bild.de». RTL berichtete sogar vor Ort.

Martin Rupf
Merken
Drucken
Teilen
Im Würenloser Schulhaus Ländli 2 unterrichtete K. N. bis Gründonnerstag.

Im Würenloser Schulhaus Ländli 2 unterrichtete K. N. bis Gründonnerstag.

ZVG

Am Samstag vor einer Woche berichtete das «Badener Tagblatt» zum ersten Mal über die Freistellung eines Primarschullehrers in Würenlos. Der Lehrer N. K. (64) hatte während des Unterrichts eine Sex-Dating-Plattform besucht und wohl vergessen, diese in der Pause wieder zu schliessen, was Schüler der Schulleitung meldeten.

In der Folge griffen nicht nur nationale Medien wie «Tele M1» oder «20 Minuten» die Geschichte auf, sondern auch Medien in den Nachbarländern nahmen sich des brisanten Themas an. So machte etwa das Deutsche Portal «Bild.de» den Vorfall zur Titelgeschichte und schrieb in fetten Lettern: «Wegen Nacktfotos im Unterricht gefeuert. Deutscher Sex-Lehrer – es war nicht der erste Vorfall».

Und auf «Stern.de» hiess es: «Schüler verpetzen Lehrer, weil er auf Sex-Dating-Seite surft». Und das österreichische Medienportal «OE24.at» schrieb: «Skandal an der Grundschule: Deutscher Nackt-Lehrer gefeuert». Derweil schrieb das Onlineportal der österreichischen Kronenzeitung von einem «pikanten Skandal».

RTL in Würenlos

Am Freitagmittag war der Vorfall dann gar in der Nachrichtensendung «Punkt 12» von RTL ein Thema. «Während er am Pult sitzt und seine Schüler unterrichtet, surft der Lehrer auf einer Pornoseite . . .», beginnt die Anmoderation. Dann werden Bilder von Würenlos gezeigt, ehe eine Aussenreporterin live vor Ort zu Protokoll gibt: «Die Schulleitung wollte sich heute nicht vor der Kamera dazu äussern.»

RTL wollte in der Folge vom deutschen Lehrer wissen, weshalb er überhaupt in der Schweiz arbeite. In der Sendung ist zu sehen, wie die Reporterin das Haus des Lehrers aufsucht. Dieser hat wenig erstaunlich keine Lust, die Fragen zu beantworten, und wird dabei gefilmt, wie er mit seinem Auto davonfährt.

Dafür berichtet RTL, dass er in den 80er-Jahren sogar im Gefängnis gesessen haben soll, weil er seine eigene Tochter missbraucht haben soll. Abgeschlossen wird die Sendung mit einer Aussage eines Passanten in Würenlos, der von einer «heftigen» Sache spricht.