Baden

Rund um den Spar leiden die Geschäfte wegen des Streiks

Abgesehen von den Streikfahrzeugen (links) wirkt die Demuth-Fabrik verlassen. Florian Zimmermann

Abgesehen von den Streikfahrzeugen (links) wirkt die Demuth-Fabrik verlassen. Florian Zimmermann

Wegen des Spar-Streiks bleiben den Nachbarläden die Kunden weg. Sowohl die Filiale vom Dosenbach, als auch der «Imbiss Sargon» müssen einen Umsatzeinbruch hinnehmen. Allgemein sind die Geschäfte durch die Hohe Medienpräsenz vorsichtig geworden.

Leer und still – anders ist die Stimmung in der alten Demuth-Fabrik in Dättwil nicht zu beschreiben. Seit vor dem Spar gestreikt wird, sind hier nur noch selten Schritte zu hören. Eine Autotüre schlägt zu, der Motor beginnt zu dröhnen: Das Auto entfernt sich.

Danach ist es wieder still. Rund um den Spar, der seit über einer Woche zugesperrt ist, scheint das Areal verlassen.

Doch nicht nur dem Spar bleiben die Kunden fern. Auch die umliegenden Geschäfte merken einen starken Rückgang des Umsatzes. Dies bestätigt Bergita Muqaj, Filialleiterin des Dosenbachs in Dättwil: «Es kommen deutlich weniger Kunden als noch vor dem Streik. Alle, die die geschlossene Spar-Tankstelle sehen, halten hier nicht an.»

Neben der geschlossenen Tankstelle sieht die Filialleiterin noch andere Gründe: «Viele Kunden kauften im Spar ihre Lebensmittel ein und schauten auch bei uns vorbei», sagt Muqaj.

Durch die aussergewöhnliche Situation kommen zwar weniger Kunden, der Personalbestand im Dosenbach aber bleibt gleich. Das verursacht zusätzliche Kosten. «Wir wären froh, wenn der Streik bald zu Ende ist», sagt die Filialleiterin weiter.

Skeptik gegenüber den Medien

Auch Marwan Kouria vom Kebabstand «Imbiss Sargon» spürt den Kundenrückgang: «Viele Vorbeifahrende nehmen an, dass das ganze Areal geschlossen ist.» Auch die Stammkunden seien verunsichert: «Viele rufen mich vorher an und fragen, ob der Stand trotz des Streiks geöffnet hat».

Sogar die Filiale von McDonald’s habe viel weniger Kunden, sagt der Kebabkäufer. Bestätigen wollen das die Mitarbeiter der Filiale nicht. Auch andere Geschäfte geben keine Auskunft.

Viele sind durch die Situation und die grosse Medienpräsenz vorsichtig geworden. Die nur 100 Meter entfernte Esso-Tankstelle scheint vom Streik zu profitieren. Die meisten Tanksäulen sind besetzt und der Shop wird rege besucht. Aber auch hier wollen die Mitarbeiter nichts bestätigen.

Nicht alle Geschäfte betroffen

Nicht betroffen scheint die Bäckerei Spitzbueb zu sein: «Die Kunden kommen nach wie vor zu uns», sagt Pierluigi Ghitti, Geschäftsführer der Bäckerei. «Unsere Kunden kümmert der Streik nicht», sagt Ghitti weiter, die meisten fänden die ganze Aktion lächerlich.

Während der ersten Tage hatte man noch Mühe mit der Unia, erinnert sich Ghitti. «Zu Beginn waren die Mitglieder der Unia ein wenig übermotiviert und haben auch die Durchfahrt abgesperrt, sagt er. Inzwischen habe man sich aneinander gewöhnt.

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