Wettingen
Sakrale Kunst wird im Gluri Suter Huus abstrakt wiedergegeben

Im Gluri Suter Huus kann bis zum 6. Januar sakrale Kunst des verstorbenen Ferdinand Gehr betrachtet werden. Die Vorbereitungen zur Ausstellung seien mit einem hohen Aufwand verbunden gewesen, sagt Kurator Christian Greutmann.

Carolin Frei
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Kurator Christian Greutmann ist von Ferdinand Gehrs Werken angetan.

Kurator Christian Greutmann ist von Ferdinand Gehrs Werken angetan.

Carolin Frei

«Das Wandbild von Ferdinand Gehr in der Kirche St. Anton, das bei der Kirchenweihe verhüllt und später sogar übermalt wurde, beschäftigt mich, seit ich vor 20 Jahren beruflich nach Wettingen gekommen bin», sagt Kurator Christian Greutmann. So erstaunt denn nicht, dass es ihm ein Anliegen war, dieses Thema aufzugreifen und zusammen mit sakralen Werken anderer Kunstschaffender einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Fotografien der alten und neugestalteten Kirche St Sebastian
12 Bilder
Kunst von Ferdinand Gehr (4)
Kunst von Ferdinand Gehr (3)
Sarkophag geschaffen von Marianne Engel
Holzschnitt von Ferdinand Gehr
Kunst von Ferdinand Gehr
Holzschnitt von Ferdinand Gehr (3)
Kunst von Ferdinand Gehr (5)
Kunst von Ferdinand Gehr (2)
Heiligenfiguren die nach dem Umbau der Kirche St Sebastian nicht mehr platziert wurden
Christian Greutmann - auf dem alten Friedhof soll ein Erinnerungsort für die berühmte Wettinger Künstlerin Ilse Weber entstehen
Kunst von Ferdinand Gehr (6)

Fotografien der alten und neugestalteten Kirche St Sebastian

Carolin Frei

Eineinhalb Jahre lang wurde geplant

Die Vorbereitungen zur Ausstellung seien mit einem hohen Aufwand verbunden gewesen, sagt Greutmann. Rund eineinhalb Jahre Arbeit waren nötig, um all die Bilder und Holzschnitte aus dem Nachlass von Ferdinand Gehr sowie das Foto- und Bauplanmaterial von der Kirche St. Sebastian zu organisieren. Ein Aufwand, der normalerweise für eine kleine Galerie wie das Gluri Suter Huus nicht betrieben wird. Umso mehr freut es Greutmann, dass die Ausstellung gut ankommt, Emotionen weckt und zu Diskussionen anregt. Wie damals, als der Altstätter Ferdinand Gehr in den 50er-Jahren mit der Innenausstattung der neu erbauten Kirche St. Anton betraut wurde. Sein abstraktes Apsiswandbild hinter dem Altar sorgte für kontroverse Diskussionen, bis zum Eklat. Der Bischof Franziskus von Streng weigerte sich, die Kirche mit dieser Bemalung zu weihen, worauf das Bild mit einem grünen Vorhang abgedeckt wurde. Später wurde es übermalt und somit zerstört.

Anstelle des Freskos wurden vier Wandteppiche in Auftrag gegeben, wovon einer wiederum von Gehr geschaffen wurde. «In der Ausstellung wird Ferdinand Gehr als herausragender sakraler Maler anhand von Leihgaben der Nachlassstiftung gezeigt», betont der Kurator. Gehr setzt für seine Bildfindungen starke, kontrastierende Farbflächen ein und arbeitet oft mit geometrischen Symbolen, die häufig mit der Zahlensymbolik der Kirche im Einklang stehen. Eine grosse Rolle spielt auch der Holzdruck. Sein Schaffen kann im ersten Obergeschoss bestaunt werden.

Videoinstallation im Erdgeschoss

Das Dachgeschoss steht ganz im Zeichen der alten und neuen Pfarrkirche St. Sebastian. Im Erdgeschoss sind eine Videoinstallation von Mireille Gros sowie ein leuchtender Sarkophag aus Epoxidharz von Marianne Engel zu sehen. Zudem werden Werke von Marius Brühlmeier gezeigt. Der Farbkünstler arbeitet oft mit eingefärbtem Beton, Stahl und Glas. Auch sakrale Kunst von Hilde Pfau und Kurt Sigrist können bewundert werden.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Januar in der Galerie Gluri Suter. Öffnungszeiten: Mi bis Sa 15–18 Uhr und So 11–17 Uhr.